21:35 15 Dezember 2019
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    Sind die US-Zölle schuld? Experte prognostiziert deutscher Industrie eine Talfahrt

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    Wirtschaft
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    Die deutsche Industrie ist 2019 tief in die Rezession gerutscht. Ursachen dafür sind offenbar der anhaltende Zollkonflikt und die schwache Weltwirtschaft.

    Durch die abschwächende Konjunktur ist vor allem die verarbeitende Industrie betroffen, teilte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands BDI, Joachim Lang, am Dienstag mit.

    „Wir erwarten für das laufende Jahr einen Rückgang der Produktion im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland um vier Prozent“, so Lang.

    Abschwung nach mehreren wachstumsstarken Jahren

    Der Sektor stecke nach sechs Jahren Wachstum mittlerweile seit dem dritten Quartal 2018 in einer Rezession.

    Für 2019 geht der BDI davon aus, dass die deutschen Ausfuhren um gerade einmal ein halbes Prozent zulegen, nach einem Plus von 2,1 Prozent im Vorjahr. Zuletzt lag das Exportsplus im Jahr 2009 – und damit in den Zeiten der Weltfinanzkrise – niedriger als in diesem Jahr.

    US-Zölle auf EU-Ausfuhren

    Am 14. Oktober hatte die Welthandelsorganisation (WTO) den Vereinigten Staaten formell erlaubt, wegen der Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus Zölle auf EU-Ausfuhren im Wert von bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar zu erheben.

    Laut dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer verhängt Washington Zehn-Prozent-Zölle auf Airbus-Flugzeuge und 25-Prozent-Zölle auf eine Reihe von landwirtschaftlichen und industriellen EU-Importen. Dieser Beschluss ist am 18. Oktober in Kraft getreten.

    Im Juni hatte US-Präsident Donald Trump versprochen, 20-Prozent-Strafzölle auf Autos und Autoteile einzuführen. Später beschloss er jedoch, das Verhängen von Autoeinfuhrzöllen gegen die EU um sechs Monate zu verschieben. Trump beauftragte US-Handelsminister Wilbur Ross, sich mit der Frage zu befassen, ob die Einfuhr von Autos und Autoteilen eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten darstelle und entsprechend mit Zöllen belegt werden sollte.

    Washingtons Handelsstreit mit Peking

    Der Staatschef der Vereinigten Staaten hat zahlreiche Handelskonflikte vom Zaun gebrochen. Insbesondere ein seit Juli 2018 brodelnder Streit mit China bremst die Weltkonjunktur. Washington verhängte damals Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf 818 chinesische Güter im Gesamtwert von 34 Milliarden US-Dollar. Peking kündigte daraufhin Vergeltungsmaßnahmen an. Die zwei größten Wirtschaftsnationen der Welt überziehen sich seitdem mit gegenseitigen Sonderzöllen.

    Im Oktober hatte Trump die Einigung auf ein Teilabkommen verkündet, allerdings ist nach wie vor unklar, wann es besiegelt wird.

    mo/sb/rtr

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