16:28 18 Februar 2020
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    Das Bundeskartellamt hat Strafgelder gegen Daimler, BMW und Volkswagen verhängt. Die Strafgelder betragen insgesamt rund 100 Millionen Euro und wurden wegen wettbewerbswidriger Praktiken beim Einkauf von Langstahl verhängt, meldete der Pressedienst des Bundeskartellamtes am Donnerstag.

    Vertreter von BMW, Daimler und Volkswagen hätten sich zweimal pro Jahr regelmäßig mit Stahlherstellern, Schmieden und großen Systemzulieferern getroffen, um sich dabei über einheitliche Preiszuschläge beim Einkauf von Langstahl auszutauschen.

    „Soweit in der Folge der Gespräche hierüber nicht mehr individuell mit den Lieferanten verhandelt wurde, wurde der Wettbewerb untereinander in Bezug auf diese Preisbestandteile ausgeschaltet“, erklärte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, seine Entscheidung.

    Langstahl sei ein wichtiger Produktionsteil bei den Autoherstellern, da zum Beispiel Kurbelwellen, Pleuel, Nockenwellen, Zahnräder und auch Lenkstangen aus dem Material gefertigt werden. Der Anteil der Einkaufskosten für Langstahl an den Gesamtkosten eines Autos läge bei unter einem Prozent.

    Unternehmen bei dem Verfahren kooperiert

    Nach den Angaben des Bundeskartellamtes hätten die Unternehmen den ermittelten Sachverhalt als zutreffend anerkannt, einer einvernehmlichen Verfahrensbeendigung zugestimmt und während des Verfahrens mit dem Ermittlern kooperiert. Bei der Bußgeldersetzung sei diese Tatsache berücksichtigt worden.

    Die Unternehmen BMW und Daimler erklärten, dass sie die Bußgelder akzeptierten, so „Reuters“. Volkswagen erklärte, der Konzern begrüße den einvernehmlichen Abschluss des Verfahrens und die dadurch gewonnene Rechtssicherheit. Gegen die Zuliefer-Unternehmen und einen Verband würden die Ermittlungen aus Ermessensgründen eingestellt.

    Nach Reuters würden auf BMW 28 Millionen Euro und auf Daimler 23,5 Millionen Euro entfallen. Allerdings seien die verhängten Bußgelder noch nicht rechtskräftig und gegen die Bescheide könnten die Unternehmen auch Einspruch einlegen, über den das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden würde.

    dg/ae

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    Tags:
    Volkswagen, Automobilkonzern Daimler, BMW, Kartell, Bundeskartellamt