08:47 10 Dezember 2019
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    Deutsches Rekordergebnis – Neue Studie zu milliardenschweren Start-ups aus Europa

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    Wirtschaft
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    Europas Tech-Gründer haben eine gute Zeit: Die Start-up-Landschaft wächst. Rund 31 Milliarden Euro sind in EU-Firmen investiert worden, fast 40 Prozent mehr als 2018, so der Risikokapitalgeber VC Atomico in seinem Report. Dabei hat es mehr Geld für Sicherheits-Start-ups gegeben, weniger für Gründerinnen. Deutschland fuhr ein Rekordergebnis ein.

    Die Tech-Start-up-Szene wächst scheinbar unaufhaltsam, auch in diesem Jahr floss mehr Geld in junge Unternehmen als in den Jahren zuvor: 174 Firmen wurden allein 2019 mit einer Milliarde Euro bewertet, das sind 20 Firmen mehr im Vorjahresvergleich. Die Start-ups konnten rund 31 Milliarden Euro einsammeln. Auch asiatische und US-Investoren haben die Gründer Europas auf dem Schirm, so steckten etwa Geldgeber aus Nordamerika in den vergangenen Monaten rund neun Milliarden Euro in junge Unternehmen.

    „Europäische Unternehmen haben gezeigt, dass sie ihr Geschäft in großem Maßstab ausbauen können – und dabei auch in der Lage sind, Kapital in Größenordnungen anzulocken, die bisher für das US-Ökosystem typisch waren“, so einer der Autoren der Studie, Tom Wehmeyer.

    Ein wichtiger Faktor sei dabei, dass zudem große Rentenfonds, die gewaltige Vermögen verwalten, auch in die europäische Tech-Branche investierten. Rund 40 Prozent der Investitionen entfielen auf große Finanzierungsrunden im Umfang von mehr als 90 Millionen Euro.

    Deutschland-Rekord

    Für Deutschland sei es ein Rekordjahr mit einem Investitionsvolumen von rund fünf Milliarden Euro gewesen. Firmen aus Großbritannien erhielten mit zehn Milliarden Euro jedoch das meiste Geld.

    Die Branchen, die in den vergangenen Quartalen am stärksten finanziert wurden, sind Fintech, Unternehmenssoftware, die etwa zur Prozessoptimierung dient, und Gesundheit. Vor allem „nachhaltige Start-ups“ haben in diesem Jahr von Zuwendungen der Wagniskapitalgeber profitiert. Ein Achtel des Kapitals ging an solche zweckgebundenen Projekte. Gründer aus dem Sicherheits-, Energie- und Lebensmittelbereich profitieren ebenfalls von finanziellen Rückenwind.

    Aktuell bekam ein deutsches Start-up eine Kapitalspritze in dreistelliger Millionenhöhe: Geldgeber investierten in die Prozessanalysefirma Celonis rund 260 Millionen Euro. Das Start-up mit Sitz in München ist jetzt 2,3 Milliarden Euro wert und gehört mit Kunden wie Uber oder Lufthansa zu den größten Softwareunternehmen Deutschlands.

    Keine Frauenquote

    Rund 21 Prozent der in der neuen Studie „The State of European Tech 2019“ untersuchten Startups haben eine Frau im Gründerteam. Laut dem „Deutschen Start-up Monitor“ sind es in Deutschland sogar nur etwa 16 Prozent. Frauen würden im Vergleich seltener Kapital aufnehmen. Die Atomico-Studie des schwedischen Wagniskapitalgebers zeige auch, dass Investments in reine Frauenteams EU-weit abnehmen. So habe es etwa in Deutschland in diesem Jahr keine einzige Finanzierungsrunde für reine Gründerinnenteams gegeben, stellt das Wirtschaftsmagazin „Gründerszene“ fest.

     

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    Start-up, Wirtschaft, Europa, Deutschland