09:25 10 Dezember 2019
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    Plastiktüten mit Müll (Symbolbild)

    Milliardenschwerer Markt für deutsche Firmen: DIHK zu Abfallreform in Russland

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    Wirtschaft
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    Die deutschen Abfallunternehmen können nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Industrie- und Handelskammertages Martin Wansleben auf einen milliardenschweren Markt in Russland hoffen. Auch der Chef der Moskauer Auslandshandelskammer (AHK) Matthias Schepp wittert ausgezeichnete Aussichten für die deutsch-russische Zusammenarbeit.

    Mit ihren hochmodernen Technologien für Müllentsorgung und Recycling könnten deutsche Firmen Russland bei seiner großangelegten Abfallreform unterstützen, sagte Wansleben am Mittwoch in Moskau. Der Moskauer AHK-Chef Matthias Schepp stimmte ihm zu: Allein mit dem Verkauf von Anlagen zur Abfallbeseitigung könnten deutsche Firmen hunderte Millionen Euro verdienen, meinte er.

    „In Russland ist noch alles im Aufbau, deshalb wollen wir von Anfang an dabei sein“, äußerte er.

    Ein Problem sei im Moment noch, dass die Bereitschaft in Russland gering ausgeprägt sei, für die Müllbeseitigung Geld zu bezahlen. Er verwies aber auf Ankündigungen des Kremlchefs Wladimir Putin, in die Reform der Müllentsorgung in Russland in den kommenden Jahren mehr als 300 Milliarden Rubel (rund 4,25 Mrd. Euro) zu investieren.

    Die Moskauer AHK präsentierte in Moskau die Möglichkeiten deutscher Unternehmen bei einer Konferenz, darunter auch die digitale Abfallplattform germantech, auf der deutsche Weltmarktführer in der Abfallwirtschaft Technik und Dienstleistungen für den russischen Markt anbieten. Germantech war von der AHK im Auftrag des Bundesumweltministeriums entwickelt und von diesem finanziert worden.

    Deutschland habe mit dem Grünen Punkt ein weltweit geschätztes System der Abfallverwertung aufgebaut, sagte Schepp. Bisher sei lediglich die deutsche Remondis-Gruppe als einzige ausländische Firma in Russland als regionaler Mülldienstleister aktiv.

    Um eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Abfallwirtschaft geht es auch auf einer deutsch-russischen Rohstoffkonferenz Ende nächster Woche in St. Petersburg. Dort werden unter anderem Bundesminister Gerd Müller und die Ministerpräsidenten von Sachsen, Michael Kretschmer, und Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, erwartet.

    Abfallreform in Russland

    Ab dem 1. Januar 2019 ist ein neues Gesetz über Müllentsorgung in Russland in Kraft getreten, das auf Beseitigung von nicht genehmigten Mülldeponien sowie den Übergang zur Mülltrennung abzielt. Jede Region muss einen Betreiber auswählen, der für die Müllentsorgung zuständig sein soll. Bis zum Jahr 2024 soll der Anteil des sortierten Mülls im Rahmen eines nationalen Projekts für Ökologie von 12 auf 60 Prozent steigen und der anschließend recyclebare Müllanteil von sieben auf fast 40 Prozent.

    asch/ae/dpa

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    Abfall, Müll, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), AHK, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Russland, Deutschland