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    Versicherungsaufsichtsgesetz Paragraf 314: „Die Enteignung der Versicherungsnehmer“

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    Wirtschaft
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    In ihrem neuen Buch warnen die Finanzexperten Marc Friedrich und Matthias Weik vor dem Versicherungsaufsichtsgesetz. Paragraf 314 VAG ist nämlich laut Friedrich nichts anderes „als eigentlich die Enteignung der Versicherungsnehmer“.

    „Versicherungen zahlen und nichts dafür bekommen: Klingt auf gut Schwäbisch nach dem ‚Scheiß-Deal‘, ist es auch“, warnt Autor und Ökonom Marc Friedrich. „Wenn das im Extremfall passieren sollte, dann wäre jeder, der so eine Versicherung besitzt, der Gelackmeierte.“

    Beiträge zahlen ohne Anspruch auf Auszahlung

    Friedrich bezieht sich dabei  auf das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) Paragraf 314, das besagt:

    „Im Notfall, um eine Insolvenz [einer systemrelevanten Versicherung] zu vermeiden, können Versicherungen Leistungen senken und sogar ganz einstellen. Die Aufsichtsbehörden können auch eigenmächtig die Versicherungssumme zum Schutz der Versicherung herabsetzen.“

    Das sei nichts anderes als „die Enteignung der Versicherungsnehmer“, so Friedrich. So könnte die Aufsichtsbehörde beispielsweise aus angesparten 50.000 Euro plötzlich 25.000 Euro machen, weil sich die Versicherung „verzockt hat oder die äußeren Umstände sie dazu treiben.“ Sogar die komplette  Auszahlung an die Versicherungsnehmer könne von Staatsseite aus komplett verboten werden.

    So könne auch der Fall eintreten, dass der Versicherungsnehmer seine Beiträge weiter zahlen muss, aber keinen Anspruch auf Auszahlung oder Leistung hätte.

    Im Extremfall für alle Versicherungen gültig?

    Gültig ist Paragraf 314 VAG  für alle Lebensversicherungen, Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen und für fondsgebundene Lebensversicherungen. Friedrich erklärt:

    „Das Sondervermögen, in Form von Aktien und Fonds, gehört der Versicherung und nicht dem Versicherungsnehmer. Durch die Dauerkrisen  unseres Systems und die Null- und Minuszinsen ist es unserer Ansicht nach nur eine Frage der Zeit, bis dieses Gesetz tatsächlich Anwendung findet.  So etwas wir nicht aus Jux und Tollerei oder aus Spaß an der Sache implementiert, sondern man möchte sich für die nächste Krise wappnen.“

    Deswegen rät der Honorarexperte Marc Friedrich, dass man den Verkauf seiner bestehenden Versicherungen durchaus in Erwägung ziehen sollte.

    Es könnte aber auch noch schlimmer kommen: Gut vorstellen können sich die Autoren Friedrich und Weik, dass das Gesetz im Extremfall für alle Versicherungen gelten könnte, egal ob Berufsunfähigkeit, Haftpflicht, Riester, Rürup oder Krankenversicherung.

     

    Das Buch „Der größte Crash aller Zeiten – Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können“ ist am 31.10.2019 im Eichborn Verlag entscheiden. 

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    Tags:
    Enteignung, Versicherungen, Deutsche Rentenversicherung, Versicherungswesen, Marc Friedrich