16:49 10 Dezember 2019
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    Treffen der Präsidenten Russlands und Serbiens, Wladimir Putin (r.) und Aleksandar Vucic. Sotschi, 4. Dezember 2019

    Vucic will mehr Erdgas von Russland

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    Wirtschaft
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    Serbien ist auf zusätzliche Gasmengen zu adäquaten Preisen angewiesen und baut daher auf die Hilfe Russlands. Das sagte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic am Mittwoch in Sotschi am Schwarzen Meer vor einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin.

    „Wir haben bereits den Gasspeicher Banatski Dvor mit einem Fassungsvermögen von 450 Millionen Kubikmetern gefüllt und zusätzliche Speicherkapazitäten für 100 Millionen Kubikmeter geschaffen, um im ersten Quartal täglich bis zu 2,5 Millionen Kubikmeter zu pumpen“, sagte Vucic dem nationalen serbischen Fernsehen.

    Bislang hat Serbien russisches Gas ausschließlich via Ukraine und Ungarn bezogen. „Gemäß einem Vertrag mit Russland nehmen wir (täglich) 6,2 Millionen Kubikmeter Gas ab bei einem Bedarf von rund 12 Millionen Kubikmetern. Derzeit prüfen wir, wo die restlichen Mengen bezogen werden könnten.“ Er sei sicher, dass „russische Freunde uns helfen werden, dieses Problem zu lösen“, sagte Vucic.

    Serbien baut Abzweigung von Turkish Stream

    Derzeit baut Serbien einen Teil der Gasleitung – von der bulgarischen bis zur ungarischen Grenze –, über die künftig Gas aus der Pipeline Turkish Stream fließen soll. Es geht um eine 402 Kilometer lange Abzweigung mit einer Durchsatzkapazität von 12,87 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Der serbische Teil der Abzweigung soll noch an den in Bulgarien gekoppelt werden, wo die Arbeiten aber nur zu langsam geführt werden.

    Gaspipeline Turkish Stream

    Turkish Stream soll im ersten Halbjahr 2020 in Betrieb genommen werden. Die Pipeline besteht aus zwei Strängen mit einer Durchsatzkapazität von je 15,75 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Der Unterwasserteil der Leitung ist 930 Kilometer lang. Die Pipeline führt von der Schwarzmeerstadt Anapa zur Küsten-Ortschaft Kıyıköy im türkischen Thrakien. Das durch den ersten Strang zu transportierende Gas ist ausschließlich für die Türkei bestimmt. Der zweite Strang soll laut ursprünglichen Plänen bis zur Grenze zwischen der Türkei und der EU verlängert werden.

    Gas aus dem zweiten Rohr wird unter mehreren Ländern verteilt: 3,5 Milliarden Kubikmeter sind für Bulgarien, 2,5 Milliarden für Serbien und 6 Milliarden für Ungarn geplant. Die restlichen 3,75 Milliarden Kubikmeter können von Ungarn dann in die Slowakei und zum österreichischen Gashub Baumgarten weitergeleitet werden.

    am/mt

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    Abhängigkeit, Lieferungen, Erdgas, Aleksandar Vučić, Russland, Serbien