06:37 22 Januar 2020
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    Der Föderale Antimonopoldienst Russlands hat den Herstellern von Persil- und Ariel-Waschpulvern sowie denen von Lindt-Schokolade vorgeworfen, dass ihre in Russland verkauften Produkte sich in der Qualität von denen im Ausland unterscheiden würden. Ein Vertreter des Herstellers von Haushaltschemikalien nimmt die Produkte in Schutz.

    Über „die doppelten Standards“ berichtete der stellvertretende Chef des Antimonopoldienstes, Andrej Kaschewarow, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Dass die Qualität der Marken in Russland sich von denen in der EU produzierten unterscheidet, ergaben laut Kaschewarow die Analysen, die der Antimonopoldienst samt dem Föderalen Dienst für die Aufsicht im Bereich Verbraucherschutz und Schutz des menschlichen Wohlergehens (Rospotrebnadzor) durchführte.

    So werde auf der Verpackung des in Russland produzierten Waschpulvers eine Dosierung angegeben, die eineinhalb oder doppelt so groß sei, wie die auf der Verpackung eines in der EU verkauften Waschmittels derselben Marke. Außerdem seien die Indikatoren für Schaumbildung und Waschfähigkeit unterschiedlich. Auch testeten die Experten die Lindt-Schokolade mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Es stellte sich heraus, dass sich der Gehalt an 12-14 organischen Säuren im Blick auf die in Europa hergestellten Tafeln unterscheidet (in einigen Fällen um zehn bis fünfzig Prozent und in den anderen um 100 bis 200 Prozent). Zugleich würden die Kunden sich beim Kauf dieser Waren in Russland an der globalen Reputation der Marke orientieren, meinte Kaschewarow.

    „Wir reden in diesem Fall nicht über den Geschmack und so weiter, wir sagen, dass es unterschiedliche Komponenten in den gleichen Produkten gibt, die gleich heißen. Dementsprechend kann dies aus unserer Sicht dazu führen, dass Verbraucher getäuscht werden und die Eigenschaften und Qualität der von ihnen gekauften Waren fehleinschätzen“, sagte er und meinte damit die russischen Aufschriften „Deutscher Qualitätsstandard“ auf dem Waschpulver Persil und „Nummer eins in Europa“ auf dem Waschpulver Ariel.

    Der russische Verband der Hersteller von Haushaltschemikalien hat die Stellungnahme des Antimonopoldienstes zu den doppelten Standards bereits kommentiert. Der Antimonopoldienst unterstütze den Mythos, dass die im Ausland bestellten Waren besser seien als die inländischen, sagte der stellvertretende Leiter des Verbandes, Pjotr Bobrowski, gegenüber dem russischen Geschäftsportal RBC. Dem Verband gehören auch Henkel als Hersteller des Waschpulvers Persil und Procter & Gamble als Hersteller des Waschpulvers Ariels an. Darüber hinaus äußerte er sich verwirrt über den Vergleich von Produkten der gleichen Marke, die für verschiedene Märkte hergestellt wurden. „Diese Unternehmen produzieren Waren gemäß den Anforderungen der Gesetzgebung der Russischen Föderation und der Eurasischen Wirtschaftsunion und haben keinen Anspruch darauf, sich von den Vorschriften anderer Staaten leiten zu lassen.“ Die Erklärung des Dienstes habe den Ruf der Investoren geschädigt, „die in Russland produzieren und High-Tech-Arbeitsplätze schaffen“, so der Vertreter der Assoziation. 

    Der Föderale Antimonopoldienst mahne bereits die Unternehmen, darunter „Henkel Rus“ und „Procter and Gamble Novomoskovsk“, vor wiederholten Abweichungen. Sie sollen innerhalb von 30 Tagen entweder ihre Waren den in der EU hergestellten zuordnen oder die Verpackung entsprechend markieren, damit die Russen nicht irregeführt werden. Sonst würden sie ziemlich hart angemessen bestraft werden.

    lk

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    Tags:
    Russland, Deutschland, „Henkel“-Konzern