06:10 25 Januar 2020
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    Der Technologiekonzern Siemens stellt die geplante Lieferung einer Zugsignalanlage für eine Kohlemine in Australien auf Prüfstand. Diese Entscheidung ist auf Proteste eines Klimaaktivisten und Kritik in sozialen Netzwerken zurückzuführen.

    „Ich werde mir die Sache sorgfältig ansehen und mich bald zurückmelden“, schrieb Siemens-Chef Joe Kaeser am Sonntag auf Twitter.

    Indes erklärte ein Sprecher am Montag, der Konzernchef reagiere damit insbesondere auf die Kommunikation in den sozialen Medien. Er habe aber auch die Protestaktionen wahrgenommen.

    Kaeser bedankte sich dafür, dass sich die Menschen wegen des Adani-Projekts an ihn gewandt hätten. 

    „Die Sicht und Entscheidung von Siemens kann sich ändern oder auch nicht“, doch die Menschen verdienten eine Antwort, so Kaeser. 

    ​Protestaktionen gegen Siemens 

    Siemens-Dienstsitz in Moskau
    © Sputnik / Wladimir Sergeew
    Weil Siemens an dem Bau eines Kohlekraftwerks in Australien beteiligt ist, hat ein Klimaaktivist am Donnerstag seine Hand an ein Fenster in der Siemens-Zentrale in München geklebt. Mit einer Kamera hielt er die Aktion fest und streamte sie live ins Netz. Damit verfolgte er das Ziel, Aufmerksamkeit auf die Umweltzerstörung zu lenken, die auch von Konzernen in Deutschland ausgehen würde.

    Auch die Nutzer sozialer Netzwerke übten Kritik an dem Projekt und der Beteiligung von Siemens.

    Adani-Projekt in Australien

    Das milliardenschwere Projekt des indischen Industriekonzerns Adani wird von Umweltschützern seit Jahren heftig bekämpft. Es soll eines der größten Kohlebergwerke der Welt werden und aus fünf Untertageminen sowie sechs Tagebaustätten jährlich bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle fördern.

    Siemens selbst legte keine Angaben zum Volumen des Auftrags vor. Im Umfeld des Konzerns geht man aber davon aus, dass es sich um eine vergleichsweise überschaubare Größenordnung handelt.

    Adani Group

    Adani Group ist ein multinationaler Mischkonzern mit Hauptsitz in Ahmedabad in Indien, der 1988 als Rohstoffhandelsunternehmen gegründet wurde.

    Zu seinen Geschäftsfeldern zählen Rohstoffe, Logistik, Agrobusiness und Energieversorgung. Die Gruppe ist der größte Hafenbetreiber Indiens und besitzt unter anderem den größten kommerziellen Hafen des Landes in Mundra.

    ns/ae/dpa

     

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    Tags:
    Klima, Protest, Joe Kaeser, Siemens, Australien, Indien, Deutschland