10:04 28 November 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    163880
    Abonnieren

    Russland und die Ukraine haben ein Protokoll über Vereinbarungen zur Fortsetzung des Gastransits durch das Territorium der Republik und zur Regelung gegenseitiger Anforderungen unterzeichnet. Dies teilte ein Gazprom-Sprecher am Freitag gegenüber Journalisten mit.

    „Die russische und die ukrainische Seite haben ein Protokoll über Vereinbarungen zur Fortsetzung des Gastransits durch das Territorium der Ukraine und zur Regelung gegenseitiger Anforderungen unterzeichnet“, hieß es bei Gazprom.

    Damit steht einer Unterzeichnung eines langfristigen Gastransitvertrages kaum etwas mehr im Wege.

    Dieser könnte noch vor Jahresende unterzeichnet werden und soll laut dem russischen Vize-Premier Dmitri Kosak für fünf Jahre gelten. Beide Seiten hätten die Vereinbarung als gewinnbringend und für alle Seiten, darunter Russland, die Ukraine und die EU, als akzeptabel bezeichnet.

    Das genaue Transitvolumen wurden allerdings noch nicht genannt.

    Energieversorgung mehrerer Länder gesichert

    Mit der Grundsatzeinigung vom Donnerstag sowie der Protokollunterzeichnung vom Freitag scheinen mitten im Winter mögliche Engpässe bei der Energieversorgung von mehreren europäischen Ländern abgewendet worden zu sein.

    Die Zeit drängte, weil die aktuellen Verträge Ende des Jahres auslaufen und damit ein neuer Gaskrieg wie 2009 drohte. Damals waren viele Wohnungen in Osteuropa kalt geblieben, weil Kiew und Moskau über die Preise für Gaslieferungen an die Ukraine und für den Transit gestritten hatten.

    An den Verhandlungen nahmen Gazprom-Chef Alexej Miller und Energieminister Alexander Nowak teil. Vermittler waren Vizepräsident der Kommission mit Zuständigkeit für die Energieunion, Maroš Šefčovič, und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Auf ukrainischer Seite waren Energieminister Oleksij Orschel, der Chef des Energieunternehmens Naftogaz, Juri Witrenko, und der Leiter des Gastransitnetzes, Sergej Makogon, dabei.

    Zuvor am Donnerstag hatte bereits der russische Präsident Wladimir Putin in Moskau gesagt, dass die Verhandlungen auf einem guten Weg seien.

    Russland hatte demnach der Ukraine günstige Preise für die Gaslieferungen angeboten. Die finanzschwache Ukraine ist zudem auf die Transitgebühren für die Durchleitung des Gases nach Deutschland angewiesen.

    Die Ukraine hatte in diesem Zusammenhang befürchtet, dass sie künftig wegen der Fertigstellung der Ostseepipeline Nord Stream 2 ihre Position als wichtigstes Transitland für russisches Gas und damit Milliardeneinnahmen aus den Durchleitungsgebühren verlieren könnte.

    ek/sb/sna/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Streit um Bundeswehreinsatz gegen türkisches Schiff: EU-Geheimdokument bringt neue Details ans Licht
    Berliner SPD gibt Wahlergebnis für neue Doppelspitze bekannt
    Rohrlegeschiff „Akademik Cherskiy“ verlässt Mukran – nun auf dem Weg nach Kaliningrad
    Tags:
    Dmitri Kosak, Energieversorgung, Regelung, Vereinbarungen, Protokoll, Ukraine, Russland