03:46 10 Juli 2020
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    US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 (44)
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    Seit Monaten hat es sich angedeutet, nun ist es passiert. US-Präsident Donald Trump hat das Gesetz zur Verteidigungspolitik unterzeichnet, sodass nun alle Firmen, die sich am Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligen, mit harten US-Sanktionen rechnen müssen. Der russische Konzern hat derweil reagiert und zeigt sich kämpferisch.

    Das Nord-Stream-2-Konsortium erklärte, dass es die Ostsee-Gaspipeline trotz der drohenden US-Sanktionen so bald wie möglich weiterbauen werde.

    „Das Projekt fertig zu stellen ist unerlässlich für die europäische Versorgungssicherheit. Zusammen mit den beteiligten Firmen werden wir daran arbeiten, die Pipeline so schnell wie möglich fertig zu bauen”, teilte das Konsortium am Samstag mit.

    Nord Stream 2 bestätigte zudem, dass das schweizerisch-niederländische Unternehmen Allseas seine Arbeit an der Ostsee-Pipeline zunächst ausgesetzt habe. Das für die Verlegung von Rohren zuständige Unternehmen verwies zur Begründung auf den National Defense Authorization Act (NDAA).

    Eigentlich sollte Allseas eine der letzten Strecken der weitgehend fertiggestellten Pipeline in dänischen Gewässern verlegen.

    Bundesregierung kritisiert US-Vorgehen scharf

    Die Bundesregierung lehnte die drohenden Sanktionen derweil scharf ab.

    „Sie treffen deutsche und europäische Unternehmen und stellen eine Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten dar”, teilte eine Sprecherin der Bundesregierung am Samstag mit.

    Nord Stream 2 ist die zweite Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland.

    Die amerikanische Regierung lehnt das Projekt entschieden ab. Sie begründet dies mit der Furcht, dass die Europäer sich von russischen Lieferungen abhängig machen würden.

    Zugleich wollen die USA eigenes Flüssigerdgas nach Europa verkaufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angekündigt, eine harte Haltung im Streit einnehmen zu wollen, Gegensanktionen jedoch abgelehnt.

    Hinter dem Pipeline-Projekt steht der russische Staatskonzern Gazprom, der die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro stemmen soll. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen, wie Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie.

    ng/Reuters

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