05:06 27 November 2020
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    Angesichts des Umbruchs in der deutschen Autoindustrie mit Auswirkungen auch auf Hersteller und Zulieferer im Südwesten hat der Personalvorstand des Automobilkonzerns Daimler, Wilfried Porth, Baden-Württemberg dazu aufgerufen, sich nicht nur auf diesen Industriezweig zu verlassen.

    „Klar ist, dass Baden-Württemberg sicher gut beraten wäre, sich nicht die nächsten 100 Jahre nur auf die Automobilindustrie zu verlassen, was Wohlstand und industrielle Wertschöpfung angeht“, sagte Porth gegenüber der dpa.

    Im Südwesten Deutschlands hängen bis zu 800.000 Jobs am Automotive-Bereich, der seit Jahrzehnten als Wirtschaftstreiber fungiert. Doch die Transformation vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität stellt nicht nur Hersteller wie Daimler und Porsche, sondern vor allem auch viele Zulieferer vor Herausforderungen.

    Produktion im eigenen Haus

    Wie Porth betonte, sei die Automobilindustrie ein riesiger Bereich mit Firmen und etlichen Standorten auf der ganzen Welt.

    „Die Frage, wo die Wertschöpfung angesiedelt wird, ist wie seit Jahrzehnten völlig offen.“

    Welche Firmen am Ende des jetzigen Transformationsprozesses besser oder schlechter dastünden, hänge von vielen Fragen ab. „Das wird sich in den nächsten Jahren herauskristallisieren“, so Porth.

    Bei den Antrieben für seine eigenen Elektroautos setzt Daimler künftig auf die Produktion im eigenen Haus. Der sogenannte elektrische Antriebsstrang soll nicht mehr von einem Zulieferer, sondern direkt aus dem Mercedes-Stammwerk im Stuttgarter Stadtteil Untertürkheim kommen, wie das Unternehmen zuletzt mitgeteilt hatte.

    Autobau in Deutschland auf niedrigstem Stand seit 22 Jahren

    In Deutschland sind 2019 einer Studie zufolge so wenig Autos gebaut worden, wie seit 22 Jahren nicht mehr. Die Produktion lag hierzulande auf das Jahr hochgerechnet bei 4,67 Millionen Fahrzeugen, wie das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen ermittelt hat.

    Der Anteil an der Weltproduktion sank demnach auf 5,9 Prozent; 1997 waren es noch 11,8 Prozent. Das bedeutet, dass nur noch jedes 17. Auto in Deutschland gebaut wird.

    Ein Grund für den Rückgang ist laut Studienautor Ferdinand Dudenhöffer die Rezession der weltweiten Autoindustrie infolge der von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskriege. So sank die globale Produktion 2019 hochgerechnet um fünf Prozent oder 4,1 Millionen Neuwagen auf 78,8 Millionen.

    ns/ae/dpa

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    Tags:
    Porsche, Mercedes, Autobau, Produktion, Industrie, Wilfried Porth, Automobilkonzern Daimler, Deutschland