10:36 26 Januar 2020
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    US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 (40)
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    Die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, hat gegenüber dem „Handelsblatt” die US-Sanktionen gegen den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 heftig kritisiert.

    Ihrer Meinung nach ist die US-Kritik an der Pipeline berechtigt, jedoch seien die Sanktionen absolut inakzeptabel, „gegen die sich Europa zur Wehr setzen sollte“. Sie sagte wie folgt:

    „Europa sollte erwägen, Klima-Zölle gegen die USA zu verhängen, damit kein umweltschädliches Fracking-Gas aus den USA nach Deutschland und Europa exportiert werden kann.“

    „Aggressive Mittel“

    Darüber hinaus sagte Kempfert, dass sie in den amerikanischen Einschränkungen „aggressive Mittel eines fossilen Energie-Krieges“ sehe. Gas werde mittlerweile nicht nur von Russland, sondern auch von den USA als „politische Waffe“ genutzt. Hinter den Sanktionen der USA vermutet sie die Absicht der USA, ihr eigenes Flüssiggas nach Europa und Deutschland zu verkaufen.

    „Durch den Bau der zusätzlichen Pipeline schmälert sich der potentielle Absatzmarkt für die amerikanischen Unternehmen“, sagte sie gegenüber der Zeitung.

    Kritik an Nord Stream 2

    Unter anderem kritisierte sie Nord Stream 2: Der Pipelinebau sei „umweltpolitisch schädlich, energiewirtschaftlich unnötig und betriebswirtschaftlich unrentabel“.

    Am Montag war berichtet worden, dass das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie den Antrag des Konsortiums Nord Stream 2 zum Pipeline-Bau in den Wintermonaten in deutschen Gewässern genehmigt habe.

    US-Sanktionen gegen Nord Stream 2

    US-Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Freitag Sanktionen gegen Nord Stream 2 und Turkish Stream und somit auch sämtliche am Bau und der Verlegung beteiligte Unternehmen und deren Eigner in Kraft gesetzt. Als Strafmaßnahmen sind Einreiseverbote in die USA und das Einfrieren von Vermögen in den Vereinigten Staaten vorgesehen.

    Berlin und Moskau reagieren

    Die Bundesregierung befürchte durch die im Raum stehenden US-Sanktionen eine Verzögerung des Gaspipeline-Projekts Nord Stream 2. Das werde nämlich das Vorhaben zurückwerfen, sagte der Transatlantik-Koordinator Peter Beyer am Montag im Deutschlandfunk. Die Strafmaßnahmen kämen angesichts der anhaltenden Kritik aus den USA nicht überraschend. „Das trifft uns schon sehr”, so Beyer. Trotzdem sei eine Eskalationsspirale mit Gegenmaßnahmen nicht sinnvoll.

    Der russische Außenminister, Sergej Lawrow, sagte bei einer Pressekonferenz am Montag in Moskau, dass nach der Einführung neuer US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 und Turkish Stream  kein einziges Land nun an der Unzuverlässigkeit Washingtons zweifeln dürfte. Gegenmaßnahmen schloss Lawrow nicht aus.

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Montag, dass die US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 inakzeptabel seien. Russland hoffe aber darauf, dass dies die Vollendung des Projektes nicht verhindern wird.

    ak/ae

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    Tags:
    Flüssiggas, USA, Sanktionen, Nord Stream 2, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Deutschland