19:25 18 Januar 2020
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    Ein unbefristeter Streik, der den öffentlichen Nah- und Fernverkehr in Frankreich lahmgelegt hat, ist laut Medienberichten mit 23 Tagen nun länger als der große Streik im Winter 1995 mit 22 Tagen.

    Proteste gegen die geplante Rentenreform der Mitte-Regierung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron lähmen das Land. In Paris blieben Metro-Linien und -Stationen erneut komplett geschlossen, wie die Verkehrsbetriebe der Stadt mitteilten. Auch der Verkehr der Staatsbahn SNCF war weiterhin eingeschränkt.

    Nach Angaben des Senders BFM TV fahren derzeit nur jeder zweite Hochgeschwindigkeitszug TGV, rund jeder fünfte Vorortzug Transilien sowie nur vier Regionalzüge TER von zehn. Darüber hinaus sei von vier Tagesfernzügen Intercités nur einer im Betrieb. Laut Frankreichs staatlicher Bahngesellschaft SNCF waren auch Fernverbindungen von und nach Deutschland betroffen.

    Streik-Rekord liegt bei 28 Tagen

    Der Rekord für einen Bahnstreik sei jedoch noch nicht übertroffen worden, so Medien. Im Dezember 1986 streikten Eisenbahner 28 Tage, um ihre Gehälter und Arbeitsbedingungen zu verteidigen.

    Sowohl 1986 als auch jetzt weigerten sich die Protestteilnehmer, die Aktionen zu Weihnachten zu unterbrechen. Ein entsprechender Appell Macrons blieb bislang ungehört.

    Geplante Rentenreform

    Mit der Rentenreform will die französische Regierung Privilegien für bestimmte Berufsgruppen wie die Eisenbahner auf längere Sicht abschaffen. Außerdem will die Regierung Anreize geben, länger zu arbeiten.

    Die Regierung hatte mit langen Übergangsfristen zwar Zugeständnisse gemacht – die Gewerkschaften waren allerdings nicht zufrieden. Umfragen zufolge tritt eine Mehrheit der Franzosen gegen die Reform auf.

    Hunderttausende Menschen gingen am 5. Dezember zum Generalstreik auf die Straße. Der öffentliche Verkehr war fast komplett lahmgelegt. Es kam zu Krawallen und Protesten.

    mo/mt

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