07:05 24 Januar 2020
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    Der Anteil der Stadtgeländewagen (SUV) am deutschen Automarkt soll auch im kommenden Jahr wachsen – trotz Kritik und sinkender sozialer Akzeptanz. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Samstag vorgestellte Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

    Aus Sicht von Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer werden die SUV-Verkäufe von den diesjährigen 1,16 Millionen Exemplaren auf 1,14 Millionen im Jahr 2020 leicht zurückgehen. Wegen des allgemein sinkenden Autoabsatzes werde damit aber der Marktanteil von 32,5 Prozent auf 34 Prozent aller Neuwagen steigen.

    Die Autogattung habe sich in den vergangenen Jahren mit immer mehr Modellen auch unterer Preisklassen „demokratisiert“, erklärte Dudenhöffer. So seien die Geländelimousinen im Jahr 2019 durchschnittlich nur noch neun Prozent teurer gewesen als der Schnitt aller Modelle. 2005 hätten die Stadtgeländewagen im Schnitt noch 52 Prozent mehr gekostet als das Durchschnittsauto.

    „SUVs sind eine Volksbewegung geworden“, zitieren deutsche Medien den Wissenschaftler.

    Kritik an Geländelimousine

    Die SUVs stehen oft wegen ihrer Größe sowie wegen des Kraftstoffverbrauchs und CO2-Ausstoßes in der Kritik. Laut einer Studie der Internationalen Energieagentur aus dem Jahr 2019 trugen Geländelimousinen nach dem Energiesektor seit 2010 am zweitstärksten zum Anstieg des weltweiten CO2-Ausstoßes bei, noch vor der Schwerindustrie (einschließlich Eisen und Stahl, Zement, Aluminium) sowie Lastkraftwagen und Luftfahrt.

    Geländelimousinen waren demnach für den gesamten Anstieg der Ölnachfrage durch Personenkraftwagen zwischen 2010 und 2018 in Höhe von 3,3 Millionen Barrel täglich verantwortlich, während der Ölverbrauch bei anderen Fahrzeugtypen (ohne Geländelimousinen) leicht zurückgegangen sei.

    Außerdem können SUVs ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen, unter anderem auch für andere Verkehrsteilnehmer, wie etwa Fußgänger. Bei Kollisionen mit anderen PKWs wird das leichtere Fahrzeug stärker beschädigt.

    Einem Forscherteam von der Bucknell University in der US-Stadt Lewisburg (Bundesstaat Pennsylvania) zufolge haben SUV bei Anprallereignissen an Fahrzeugrückhaltesystemen aus Stahl und Beton im Vergleich zu herkömmlichen PKW ein achtfaches Risiko für einen Fahrzeugüberschlag.

    Dudenhöffer sieht besonders die sehr großen SUV-Modelle wegen ihres Platzbedarfs in der gesellschaftlichen Kritik. Zu den so genannten „High-End SUV“ zählt er rund 30 Modelle und damit rund jedes vierte der angebotenen Autos. Zahlenmäßig machten sie nur rund 8,1 Prozent der SUV-Verkäufe aus, stünden aber für knapp 17 Prozent des Umsatzes. Für die Hersteller seien sie wegen der hohen Gewinnbeiträge eigentlich unverzichtbar, so dass bereits vermehrt Elektrovarianten angeboten würden.

    mo/sb/dpa

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    Auto, SUV, Deutschland