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    Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hat die Fertigstellung der Gaspipeline Nord Stream 2 trotz behindernder Umstände versichert. Laut Peskow wird es zwar zu einer Verlängerung der Baufrist kommen, aber das Projekt wird trotzdem abgeschlossen.

    Angesichts der drohenden Sanktionen der US-Regierung hatte das Schweizer Unternehmen „Allseas“, das mit der Verlegung der Gasleitung Nord Stream 2 beauftragt war, seine Arbeiten vorerst eingestellt. Peskow kommentierte diese Entscheidung.

    „Das Unternehmen hat vor dem Hintergrund – nach unserer Ansicht – unrechtmäßiger Sanktionen der USA die Entscheidung getroffen, die Bauarbeiten einzustellen. Diese Entscheidung des Unternehmens wird zweifellos den Zeitpunkt für die Inbetriebnahme des Projekts verschieben, aber letzteres nicht verhindern. Mit Verspätung wird das Projekt, so hoffen wir, in Betrieb gehen, die nötigen Kapazitäten dafür sind vorhanden, wir haben darüber bereits früher gesprochen“, erklärte Peskow.

    Der  Kremlsprecher wurde auch danach gefragt, ob Moskau Sanktionen gegen das Unternehmen „Allseas“ erwäge. Dies sei eine nichtöffentliche kommerzielle Angelegenheit, antwortete der Kremlsprecher.

    Peskow hielt sich auch mit genauen Prognosen für die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Projekts zurück. Ihm zufolge kann jetzt wohl kaum jemand ein genaues Datum nennen.

    Es seien ungeplante Umstände eingetreten, sagte er weiter. Diese würden mit den Aktionen von Drittstatten zusammenhängen, die gegen das Völkerrecht verstießen. An dieser Stelle betonte Peskow, dass das Vorgehen der USA „das Projekt an sich und dessen Umsetzung nicht gefährden“ würde.

    USA machen Druck

    US-Präsident Donald Trump hatte am 20. Dezember den Verteidigungsetat für das Jahr 2020 mit Sanktionen gegen russische Pipeline-Projekte unterzeichnet.

    Die in dem Dokument vorgesehenen Maßnahmen gegen Nord Stream 2 sowie gegen die Pipeline Turkish Stream, die aus Südrussland in die Türkei führt, richten sich gegen Firmen, deren Rohrverlegeschiffe für die zügige Fertigstellung der Pipeline-Stränge von großer Bedeutung sind. So drohen den Top-Managern der europäischen Unternehmen, die Spezialschiffe für Nord Stream 2 bereitstellen, Einreisesperren in die USA und das Einfrieren von Vermögenswerten in den USA. Gleich nach der Unterzeichnung des Etats durch Trump stellte Allseas alle Arbeiten in der Ostsee ein.

    Sanktionen treten am 20. Januar in Kraft

    Am 27. Dezember teilte das US-State Department mit, dass die betroffenen Unternehmen Sanktionen entgehen könnten, falls sie ihre Arbeiten bis zum 20. Januar kommenden Jahres einstellen würden. Dessen ungeachtet hat Allseas keine Pläne, die Arbeiten wiederaufzunehmen, um die Pipeline zum 20. Januar fertigzustellen. „Die Allseas-Flotte hat die Ostsee verlassen und bereitet sich auf einen anderen Einsatz vor“, hieß es auf Anfrage aus dem Konzern.

    mka/gs

     

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    Tags:
    US-Sanktionen, Russland, Nord Stream 2