06:32 24 Januar 2020
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    Die deutsche Industrie fordert steuerliche Entlastungen für Unternehmen und warnt andernfalls vor einem Verlust von Jobs in Deutschland. Dem Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, zufolge stehen die Betriebe angesichts eines scharfen internationalen Steuerwettbewerbs unter einem enormen Druck.

    In einem Gespräch mit dpa warnte Kempf die Politik vor einer Realitätsverweigerung. Über die Konsequenzen international vergleichsweise hoher Steuern in Deutschland müssten sich alle klar sein, sagte er.

    „Dann muss man jedem ganz ehrlich sagen, dass dies dazu führen wird, dass Wirtschaften in Deutschland nicht mehr so interessant wird wie Wirtschaften im Ausland. Das heißt im Klartext: So werden ausländische Investitionen in Deutschland und damit natürlich Arbeitsplätze gefährdet“, betonte der BDI-Präsident.

    Investitionen in deutsche Unternehmen fänden dann künftig weniger in Deutschland statt, sondern eher im Ausland. „Auch das gefährdet Arbeitsplätze in Deutschland.“

    Laut Kempf hat Deutschland im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern oder den Ländern der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) eine höhere Steuerbelastung. Dies sei leicht nachprüfbar. Die Unternehmen in Deutschland zahlten so hohe Steuern wie niemals zuvor. „Aus der Einbahnstraße ständig steigender Steuern muss ein Ausweg gefunden werden“, so Kempf.

    Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plädiert für eine Unternehmenssteuerreform. Zentral ist aus Sicht des CDU-Politikers dabei, dass die Steuerbelastung auf einbehaltene Firmengewinne auf 25 Prozent sinkt.

    Laut einer im Oktober veröffentlichten Pressemitteilung erklärte der Minister: „Unsere Unternehmen sind stark, brauchen aber mehr Rückenwind von der Bundesregierung (…). Wir brauchen jetzt Wachstumspolitik mit Steuerentlastungen und Bürokratieabbau, marktwirtschaftlichen Lösungen bei der Energiewende, Investitionen in Zukunftstechnologien und mehr Anstrengungen im Bereich der Digitalisierung.“ 

    ls/dpa/sb

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    Tags:
    dpa, Dieter Kempf, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Deutschland