22:16 03 Juli 2020
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    Mit dem Bau der vor Kurzem genehmigten Mittelmeer-Gaspipeline EastMed soll der Gasmarkt Südeuropas noch konkurrenzfähiger werden. Dies erklärte der Chef der Gruppe Naturressourcen und Rohstoffwaren der Agentur Fitch Ratings, Dmitri Marintschenko, gegenüber Sputnik.

    „Der Gasmarkt des europäischen Südens wird immer konkurrenzfähiger. Das israelische Gas, das in Zukunft über die Pipeline EastMed transportiert werden soll, wird mit russischem Gas (darunter in der Gasleitung Turkish Stream) sowie mit aserbaidschanischem Gas (TAP-TANAP = Trans Adriatic Pipeline-Trans Anatolian Pipeline) und algerischem Gas sowie mit Flüssiggas konkurrieren“, so Marintschenko.

    Ebenso wie die kürzlich in Betrieb genommene TAP-TANAP reduziere EastMed, wenn auch in einem geringen Maße, die Abhängigkeit der EU vom russischen Gas. Und für die Verbraucher würden sich dadurch die Preise potentiell maximal den Marktpreisen annähern, so Marintschenko.

    Für den Konzern Gazprom bedeute dies, dass man weiter um seinen Marktanteil kämpfen und folglich auch Flexibilität in Bezug auf die Preise, den Mechanismus der Preisbildung und sonstige Bedingungen zeigen müsse. „Die konstruktive Haltung Moskaus hinsichtlich der Verlängerung des Gastransits durch die Ukraine ist ebenfalls ein wichtiger Moment in diesem Konkurrenzkampf, weil das das Vertrauen zu Gazprom als einem zuverlässigen Lieferanten stärkt“, so der Experte.

    Das zwischenstaatliche Abkommen über den Bau der Gaspipeline EastMed wurde am 2. Januar von Griechenland, Israel und Zypern in Athen unterzeichnet. Das Abschlussverfahren soll mit der Unterschrift Italiens vollendet werden, der Termin ist noch nicht festgelegt.

    Die Kosten der Bauarbeiten für die 1.900 Kilometer lange Gasleitung werden auf sechs Milliarden Euro geschätzt. Die projektierte Kapazität soll zehn Milliarden Kubikmeter jährlich betragen. Die Pipeline wird durch das israelische Gasfeld „Leviathan“ und das zyprische Gasfeld „Aphrodite“ verlaufen.

    Das Projekt wird von der Europäischen Union unterstützt, die 34,5 Millionen Euro für detaillierte Forschungen bereitgestellt hat. EastMed wird voraussichtlich 2024/2025 in Betrieb genommen.

    ls/sb

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