22:09 21 Januar 2020
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    Mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU zum Ende des Jahres könnten für die deutsche Wirtschaft spürbare Auswirkungen kommen, denn Deutschland baut auf den Export. Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nun Zahlen darüber vorgelegt, wie viele Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sein könnten.

    Deutschland ist eine Exportnation und die EU sein wichtigster Handelspartner. Nach Frankreich und den Niederlanden war Großbritannien bisher der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Waren in der EU. 2018 exportierte Deutschland Waren und Dienstleistungen im Wert von 109 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich und importierte im Wert von 63 Milliarden Euro. Fahrzeuge, elektronische Ausrüstungen, Maschinen und chemische Erzeugnisse dominierten dabei die Exporte und Importe. Könnte das lukrative Geschäft mit dem Brexit vorbei sein?

    Noch ist unklar, wie sich die künftigen Handelsbeziehungen gestalten werden. Höhere Zölle könnten den Güter- und Dienstleistungsverkehr erheblich beeinträchtigen. Wie viele Arbeitsplätze unter Umständen von einem Rückgang des Handels mit Großbritannien betroffen wären, zeigt eine aktuelle Analyse des IAB.

    Insgesamt 3,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze seien in Deutschland direkt vom weltweiten Export abhängig, so die Macher der Studie. Zusammen mit inländischen Zulieferern seien es weitere 4,3 Millionen Arbeitsplätze. Das seien umgerechnet insgesamt rund 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland. Auf die Exportgeschäfte mit Großbritannien entfallen rund 460.000 Arbeitsplätze oder 1,1 Prozent der Gesamtbeschäftigung in Deutschland. Mit etwa 60.000 exportgebundenen Arbeitsplätzen sei die Automobilbranche am stärksten betroffen, gefolgt vom Maschinenbau mit rund 40.000 Beschäftigten.

    Ein Rückgang des Handels mit dem Vereinigten Königreich würde sich in Deutschland regional unterschiedlich auf die jeweiligen Arbeitsmarktsituationen auswirken, da die Standorte der Betriebe nicht gleichmäßig über die Bundesrepublik verteilen, sondern hautsächlich in Nordrhein-Westfalen mit rund 90.000, in Bayern mit etwa 80.000 und in Baden-Württemberg mit 70.000 Arbeitsplätzen angesiedelt sind.

    In ihrem Fazit unterstreichen die Verfasser der Studie, dass der Umfang der vom Handel mit Großbritannien abhängigen Belegschaft nicht mit dem potentiellen Verlust von Arbeitsplätzen gleichgesetzt werden darf. Die Exporte nach Großbritannien würden mit dem Brexit nicht auf Null reduziert werden und es könnten sich durchaus auch neue Handelschancen auftun, zumal viele deutsche Unternehmen angesichts der Ungewissheit bereits nach anderen Handelspartnern umgesehen hätten.

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    Tags:
    Handel, Brexit, Arbeitsmarkt