16:35 17 Februar 2020
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    Die Schere zwischen Arm und Reich wird laut der Hilfsorganisation Oxfam weltweit wieder größer, berichtet das Magazin „Wirtschaftswoche“ am Montag. Gleichzeitig stellen die Autoren der Studie eine Vergrößerung der Kluft zwischen Frauen und Männern fest.

    Einen Grund für diese Entwicklung sieht der Vermögensbericht in der von Frauen geleisteten Arbeit zu Hause – wie etwa Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Sorge für den Haushalt. „Frauen und Mädchen leisten den Löwenanteil unbezahlter Haus-, Pflege, und Fürsorgearbeit – weltweit pro Tag weit mehr als zwölf Milliarden Stunden.“ Dies entspreche einem Gegenwert von mehr als elf Billionen US-Dollar pro Jahr, wenn diese mit dem Mindestlohn bezahlt würden. Dem Einfluss von Care-Arbeit auf Einkommen, Vermögen, Bildungschancen und Armutsgefährdung schenke man allerdings zu wenig Aufmerksamkeit.

    Um diese finanziellen Ungleichheiten zukünftig aufzuhalten, fordert Oxfam, mehr in öffentliche Kinderbetreuung und soziale Absicherung zu investieren, sowie weltweit Frauenrechte und -organisationen zu stärken – vor allem in ärmeren Ländern, wo Oxfam zufolge die Unterschiede zwischen den Geschlechtern noch weitaus dramatischer sind.

    Die Kosten für entsprechende Programme sollten Konzerne und Menschen mit sehr großem Vermögen auf der ganzen Welt tragen. „Die Bundesregierung muss sich für eine weltweite Mindeststeuer einsetzen und Entwicklungsländer dabei unterstützen, Konzerne stärker zu besteuern“, so Oxfam. Zudem solle man die Gehalts- und Einkommenslücke schnell reduzieren und eine längere Elternzeit für Väter anbieten.

    Immer wieder belegen die Studien in verschiedensten Varianten, dass der Gender Gap in vielen Branchen noch immer immens sei. Dem Weltwirtschaftsforum (WEF) zufolge wird es beim aktuellen Tempo noch etwa ein Jahrhundert dauern, bis die Gleichberechtigung weltweit abgeschlossen sei.

    aa/mt

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    Tags:
    Haushalt, Einkommen, Reiche, Armut, Vergrößerung, Geschlecht, Lohn