15:54 26 Februar 2020
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    Schon jetzt leiden immer mehr Sparer unter Minuszinsen. Harvard-Professor Kenneth Rogoff erwartet von EZB und Fed noch drastischere Leitzinssenkungen. Seiner Meinung nach könne die Geldpolitik nur so wirksam bleiben.

    „In einer Welt der niedrigen Inflationsraten und Realzinsen müssen die Zentralbanken einen Weg finden, ihren Leitzins noch weiter in den negativen Bereich zu senken“, sagte der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds Kenneth Rogoff dem „Spiegel“. Das sei die einzige zukunftsträchtige Methode, um die Geldpolitik in diesen Zeiten wirksam zu halten. Der Professor an der Harvard-University fügte hinzu:

    „Ich weiß, dass viele Menschen die Zentralbanken für die Übeltäter halten, aber das ist kompletter Unfug. Wenn ihre Geldpolitik für den ultraniedrigen Realzins verantwortlich wäre, müsste die Inflation anziehen. Die Inflationsrate liegt aber konstant unter dem Zielwert, es müssen also andere Gründe ausschlaggebend sein.“ 

    Seiner Einschätzung nach ist die Eurozone inzwischen zwar besser gegen Krisen gewappnet als früher. Noch immer könne aber nicht garantiert werden, dass die Währungsunion eine weitere Finanzkrise wie im Jahr 2008 überstehen würde. „Mag sein, dass die politischen Führer Europas im Fall einer schweren Krise einen Ausweg finden“, sagte er. „Die Chance aber, dass sie scheitern, liegt bei etwa 30 Prozent.“

    Rogoff gilt als neoliberaler Ökonom, Gegner wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz bezeichnen ihn sogar als „Marktfundamentalisten“; er sieht sich selbst als „technokratischen Optimisten“.

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    Tags:
    Finanzkrise, Leitzins, University of Harvard, USA, US-Notenbank FED, Europäische Zentralbank (EZB)