08:42 21 Februar 2020
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    Der Maschinenbau in Ostdeutschland ist „wirtschaftlich stabil“ ins neue Jahr gestartet. So eine aktuelle Presseinformation des ostdeutschen „Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“ (VDMA Ost), die der Sputnik-Redaktion vorliegt. Die Maschinenbau-Branche im Osten blickt demnach bis Mitte 2020 optimistisch in die Zukunft.

    Unternehmen im Anlagen- und Maschinenbau in Ostdeutschland stehen aktuell wieder deutlich besser da. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des VDMA Ost hervor, die der Sputnik-Redaktion vorliegt.

    „Die Konjunktur im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau hat sich zum Jahresende 2019 stabilisiert“, teilte der VDMA Ost am Mittwoch in Leipzig mit. „Im Herbst hatte die abgekühlte Kundennachfrage noch deutliche Spuren in der Auftragslage hinterlassen. Im vierten Quartal jedoch konnten die Betriebe einen weiteren Abwärtstrend abwenden. Außerdem bewerten die Unternehmen ihre kurzfristigen Geschäftschancen optimistischer als zuletzt. Das ergab eine Umfrage des VDMA-Landesverbandes Ost unter seinen 350 Mitgliedern in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.“

    Laut dieser Befragung beurteilen momentan fast zwei Drittel der ostdeutschen Maschinenbaubetriebe ihre aktuelle Gesamtsituation „als positiv“. Zwar gebe es weiterhin „eine Auftragsflaute, von einer pauschalen Branchenkrise“ könne aber keine Rede sein, sagte Oliver Köhn, der Geschäftsführer des VDMA Ost.

    Zuvor hatten 2019 globale politische Krisen, Handelsstreitigkeiten, die zyklisch rückläufige Weltkonjunktur sowie der Technologiewandel in der Automobilindustrie zu sinkenden Kundenbestellungen im ostdeutschen Maschinenbau geführt. „Hiervon betroffen waren zu gleichen Teilen Firmen mit einer positiven und negativen Geschäftssituation“, so die VDMA-Pressemitteilung weiter. „Dennoch konnten die Unternehmen im Vergleich zum Vorquartal ihre vorhandenen Produktionskapazitäten wieder etwas besser auslasten. (…) Das Auftragspolster reicht im Durchschnitt bis Mitte Mai 2020. Die einzelnen Betriebe können dabei zwischen zwei Wochen und anderthalb Jahren planen.“

    Es stimme „optimistisch, dass die ostdeutschen Maschinenbauer ihre Investitionszurückhaltung aufgegeben haben“, betonte Landesverbandsgeschäftsführer Köhn. "Gerade mit Blick auf alternative Antriebsstränge und Klimaschutz" sei es jetzt wichtig, in neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen zu investieren.

    Derzeit seien die strukturellen Veränderungen schmerzhaft, auf Dauer eröffne der Technologiewandel aber auch für die Wirtschaft Ostdeutschlands vielfältige Chancen.

    Bis März 2020 erwarte etwa ein Fünftel der ostdeutschen Betriebe bessere Geschäftschancen. Ein Viertel der Maschinenbau-Firmen wolle bis Mitte 2020 neue Mitarbeiter einstellen. Weitere 54 Prozent der Maschinenbauer in Ostdeutschland planen laut VDMA Ost, ihre Beschäftigtenzahlen beizubehalten. Vielen Unternehmen gelinge es jedoch nach wie vor nicht, offene Stellen für Ingenieure und Facharbeiter reibungslos zu besetzen. Kurzarbeit spiele in der Branche gegenwärtig nur eine untergeordnete Rolle. Um abflauende Auftragslagen abzufedern, würden viele Mitarbeiter vorrangig Arbeitszeit- und Urlaubskonten abbauen. „Die Firmen reduzierten zudem die Zahl der Leiharbeiter“, so die Pressemitteilung.

    Mit über 3200 Mitgliedern ist der VDMA als Gesamtverband laut Eigenaussage „die größte Netzwerkorganisation und das wichtigste Sprachrohr des Maschinenbaus in Deutschland und Europa.“ Der VDMA Ost vertritt speziell die Interessen ostdeutscher Unternehmen in der Branche.

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    Tags:
    Konjunktur, Wirtschaft, Maschinenbau, Ostdeutschland