04:59 27 November 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    41923
    Abonnieren

    Der Ferienflieger Condor fliegt unter neuem Eigentümer weiter: Nach monatelanger Suche hat die angeschlagene Airline, die in den Sog der Thomas-Cook-Insolvenz geraten war, einen Käufer gefunden.

    Der Mutterkonzern der polnischen Fluggesellschaft LOT soll neuer Eigentümer des deutschen Ferienfliegers Condor werden. Die LOT-Mutter PGL habe im Bieterrennen das attraktivste Angebot vorgelegt, teilten Vertreter beider Seiten am Freitag in Frankfurt mit.

    Die eigentlich profitable Thomas-Cook-Tochter Condor war durch die Pleite ihres bisherigen Mutterkonzerns Ende September in Not geraten und hält sich seither nur dank eines staatlichen Brückenkredits in der Luft. Dieser werde vollständig zurückgezahlt, hieß es. Die Übernahme durch PGL soll bis April abgeschlossen werden, wenn die zuständigen Behörden zustimmen. 

    Zuletzt waren im Bieterverfahren um Condor drei ernsthafte Interessenten in Medienberichten genannt worden: Die polnische Fluggesellschaft LOT, der US-Finanzinvestor Apollo gemeinsam mit deutschen Reiseveranstaltern und einem Co-Investor sowie als dritter Bieter die britische Investmentgesellschaft Greybull.

    Mit staatlichem Kredit in der Luft gehalten

    Nach der Pleite des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook im September hatte sich Condor nur mit einem staatlichen Überbrückungskredit in der Luft gehalten.

    Die Bundesregierung und das Land Hessen gaben ein Darlehen von 380 Millionen Euro, um die Suche nach einem Käufer zu erleichtern. Die Frankfurter Airline hatte in den vergangenen Jahren meist Gewinne eingeflogen und ist auch für deutsche Reiseveranstalter ein wichtiger Geschäftspartner.

    Zuletzt hatten die Condor-Beschäftigten Einschnitte hinnehmen müssen, um das Unternehmen für einen Käufer attraktiver zu machen. Ziel von Vorstandschef Ralf Teckentrup war es, die Gewinnaussichten der Airline mit Kostensenkungen zu verbessern und das Unternehmen möglichst als Ganzes zu verkaufen. So wurde etwa beschlossen, 170 von 750 Jobs in der zentralen Frankfurter Verwaltung abzubauen. Jüngst hatte sich Condor zudem mit den Gewerkschaften Verdi und Ufo auf einen Sanierungstarifvertrag geeinigt, der die Streichung von 150 Flugbegleiterstellen vorsah.

    Pleite von Thomas Cook

    Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten und hatte am 25. September Insolvenzantrag gestellt. Alle Reisen wurden abgesagt, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt worden waren. Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalter wurde danach versucht, „unter hohem Zeitdruck eine Gesamtlösung für das Unternehmen zu finden.“

    Für Teile des Unternehmens gibt es bereits Käufer. So übernimmt der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof 106 der 126 Reisebüros der Oberurseler. Dadurch sollen mehr als 500 Arbeitsplätze in dem Bereich gesichert werden. Der türkische Reiseveranstalter Anex Tour erwirbt den Türkeispezialisten Öger Tours und den Last-Minute-Anbieter Bucher Reisen mit insgesamt 84 Mitarbeitern. An der Hotelmarke Sentido und der Reisebüro-Franchisemarke Holiday Land hat Konkurrent DER Touristik Interesse.

    leo/ae/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Reichstagssturm 2.0“ - Jetzt spricht Elijah Tee zu den Vorwürfen
    „Überraschung für Russen“: USA verlegen Raketenwerfer von Ramstein ans Schwarze Meer
    Deutsch-russische Wasserstoffkooperation beschlossen
    Russland kostengünstig in die Knie zwingen – Strategien der US-Denkfabrik „Rand Corporation“
    Tags:
    Insolvenz, Rettung, Condor, Reiseveranstalter Thomas Cook, Deutschland