15:38 03 Juni 2020
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    Wird auf dem diesjährigen Wirtschaftsforum in Davos dem Großspekulanten George Soros die Bühne gegeben, spricht der 89-jährige plötzlich selbst vom „Klimanotstand“ und stellt Nationalismus samt US-Präsident Donald Trump an den Pranger. Für den Kampf dagegen will er eine weitere Milliarde US-Dollar in ein Netzwerk von Universitäten stecken.

    So hat der ungarisch-stämmige Starinvestor auf dem jährlichen Abendessen am Donnerstagabend nationalistische Tendenzen und den Wettstreit zwischen den Weltmächten China und den USA als große Gefahr für Frieden und Freiheit gebrandmarkt. Nationalismus sei der große Feind offener Gesellschaften, so Soros am Rande der Jahrestagung des Forums. 

    Die größten Mächte USA, China und Russland seien weiter in den Händen von angehenden oder tatsächlichen Diktatoren, autoritäre Regime seien weiter auf dem Vormarsch, bemängelte er weiter. US-Präsident Donald Trump nannte er dabei einen „Betrüger und den ultimativen Narzissten“. Zusammen mit dem chinesischen Staatschef, Xi Jinping, würde er versuchen, ihre Macht bis an die Grenzen und darüber hinaus auszuweiten. 

    Da Soros’ Hoffnung auf eine gestärkte internationale Kooperation zwischen Staaten zerschlagen sei, wolle er eine Milliarde US-Dollar in ein Netzwerk von Universitäten stecken und damit bereits von ihm unterstützte Bildungseinrichtungen stärken. Später sollen diese um weitere Institutionen und gewisse Partner erweitert werden. Nach eigenen Angaben hat Soros in den vergangenen 30 Jahren bereits mehr als 32 Milliarden US-Dollar gespendet, um Bildung und soziale Zwecke zu unterstützen. Als sein größtes Projekt gilt dabei die „Open Society“ Foundation, die im Oktober 2018 ihre Arbeit auch in Deutschland aufgenommen hatte. Im Sommer sorgte Soros mit einer unerwarteten Friedensinitiative für die US-Politik für Aufsehen, diesmal in Partnerschaft mit dem rechtsgerichteten Antagonisten Charles Koch. 

    Soros spricht weiter vom „Klimanotstand“ – Thunberg demonstriert in Davos 

    Eine weitere Hoffnung für Soros soll weiter auf der jugendlichen Klimaschutz-Bewegung ruhen. Den Klimawandel bezeichnete er dabei als eine noch größere Krise als die Bedrohung der offenen Gesellschaft. „Angesichts des Klimanotstandes und der weltweiten Unruhen ist es keine Übertreibung zu sagen, dass 2020 und die nächsten Jahre nicht nur das Schicksal von Xi und Trump bestimmen, sondern auch das Schicksal der Welt“, fügte Soros hinzu.

    Mit einer Demonstration für mehr Klimaschutz will die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg am Freitag wieder protestieren.

    Die deutsche Sprecherin der Fridays-for-Future-Bewegung Luisa Neubauer hat die Proteste in Davos ebenfalls bewilligt. 

    Seit Dienstag hatten etwa 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den Schweizer Alpen über aktuelle Herausforderungen diskutiert, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Kongresszentrum steht am Freitag zum Abschluss noch ein Auftritt des österreichischen Bundeskanzlers, Sebastian Kurz, sowie der gemeinsame Konjunkturausblick auf dem Programm, präsentiert vom Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und seinem US-amerikanischen Amtskollegen, Steven Mnuchin, samt der Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgiewa. Auch EZB-Chefin Christine Lagarde wird dazustoßen.

    lk/gs/dpa

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    Xi Jinping, Donald Trump, George Soros, Angela Merkel, Weltwirtschaftsforum (WEF) im Schweizer Ski-Ort Davos, Davos-Forum, Davos