03:16 03 Juni 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    3519
    Abonnieren

    Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz hat am Donnerstag in Hamburg ein Paket zur steuerlichen Entlastung kleiner Firmen angekündigt.

    Laut dem SPD-Politiker werde er ein „Paket zur steuerlichen Standortverbesserung vorlegen“. Die Erklärung wurde Medienberichten zufolge beim Hamburger Forum für Unternehmenssteuerrecht abgegeben.

    „Zentrales Element kann dabei sein, ein Modell zu schaffen, mit dem Personenhandelsgesellschaften künftig leichter zur Körperschaftsteuer wechseln können.“

    Scholz nannte allerdings weder Details noch einen Zeitplan. Zu dem Paket gehört nach Angaben des Portals Finanznachrichten, künftig Währungskursverluste bei Gesellschafterdarlehen steuerlich zu berücksichtigen, mehr Flexibilität bei der grenzüberschreitenden Umstrukturierung zu schaffen und das Organschaftsrecht zu vereinfachen.

    Berlin rechnet mit Beschleunigung des Wachstums der deutschen Wirtschaft

    Der Vize-Kanzler bekräftigte, die wirtschaftliche Lage genau zu beobachten. Bei Bedarf werde es eine Reaktion mit steuerlichen Maßnahmen geben. Dies sei aber erst nötig, wenn die Konjunktur einbreche.

    „Wir haben gegenwärtig keinen gravierenden Einbruch der Konjunktur und schon gar keine Krise.“

    Die Bundesregierung rechnet in diesem und im nächsten Jahr mit einer Beschleunigung des Wachstums. 2019 legte die deutsche Wirtschaft zwar das zehnte Jahr in Folge zu, schrammte aber zeitweise nur knapp an einer Rezession vorbei. Am Ende stand ein vergleichsweise mageres Plus von 0,6 Prozent in den Büchern.

    Gleichstellung von Personen- und Kapitalgesellschaften gefordert

    Wirtschaftsverbände fordern seit langem eine Gleichstellung von Personen- und Kapitalgesellschaften – also kleinen GmbHs und großen Konzernen. Nur etwa 20 Prozent der rund 3,6 Millionen Unternehmen in Deutschland sind Kapitalgesellschaften, für die der niedrigere Steuersatz der Körperschaftsteuer gilt. Sie haben hierzulande oft einen Steuersatz von gut 30 Prozent, Personengesellschaften dagegen von bis zu 45 Prozent.

    Die Spitzen der großen Koalition hatten sich zuletzt darauf verständigt, dass Personengesellschaften optional so besteuert werden können wie Kapitalgesellschaften. Das greift Scholz nun auf.

    mo/mt/rtr

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Wahrscheinlich sind es die Russen“ – selbst Trump lacht über diese CNN-Meldung
    Ankara bestellt russische Militärtechnik für eine Milliarde USD – Weitere S-400 Lieferung in Sicht?
    Putin: Sukhoi-Erzeugnisse erregen „gewissen Schauder” bei Konkurrenten - Video
    US-Proteste, G7, Hackerangriff auf Bundestag: EU-Chefdiplomat nimmt Stellung 
    Tags:
    Olaf Scholz, Deutschland