07:24 29 September 2020
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    Coronavirus auf dem Vormarsch: Chronologie der Ausbreitung (116)
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    Industrie und Handel in Deutschland sind stark mit der Wirtschaft in China verbunden. Chinesische Zwischenprodukte und Lieferketten halten nicht wenige deutsche Unternehmen am Laufen. Einer aktuellen Umfrage zufolge verzeichnen bereits jetzt fast 30 Prozent solcher Firmen Lieferantenausfälle. Der Grund: Das sich ausbreitende Coronavirus.

    „Mit der raschen Ausbreitung der durch das neuartige Coronavirus (2019-nCoV) hervorgerufenen Erkrankungen, steigenden Fallzahlen in und außerhalb Chinas und den damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie sind immer mehr Unternehmen auch in Deutschland von Unterbrechungen ihrer Lieferketten betroffen.“ Das meldete der „OWC-Verlag für Außenwirtschaft“ am Montag unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage unter deutschen Managern, durchgeführt von der „Kloepfel Group“ in Düsseldorf. Das Unternehmen ist auf Prozessoptimierung und Kostensenkung spezialisiert und bietet diese Expertise anderen Firmen im Mittelstand an.

    81 Prozent der Befragten gaben an, „dass sie von wichtigen Lieferanten aus China beliefert werden. Rund jeder Dritte (35 Prozent) arbeitet dort mit wichtigen Kunden zusammen. Ein Drittel (33 Prozent) produziert direkt in China.“ Allein dies zeige die enge Verzahnung der deutschen Industrie mit der chinesischen Wirtschaft. Viele Unternehmen in Deutschland sind auf Zwischenprodukte aus Lieferketten in China angewiesen. Daher fragte die Umfrage die deutschen Unternehmen auch nach einem möglichen bzw. befürchteten Produktionsausfall

    Produktionsausfälle: 30 Prozent der deutschen Unternehmen jetzt schon betroffen

    „Die Mehrheit der Befragten (42 Prozent) ist bisher noch nicht von Lieferantenausfällen wegen des Coronaviruses betroffen“, so der Bericht weiter.

    Allerdings würden bereits jetzt 28 Prozent der befragten deutschen Unternehmen „Ausfälle von Lieferanten verzeichnen, können aber kurz- bis mittelfristig alternative Lieferanten aktivieren. 19 Prozent befürchten, dass Lieferengpässe ihre Produktion stilllegen. Unterdessen haben neun Prozent Lieferengpässe, aber diese werden nicht zu einem Produktionsstillstand führen. Nur gut zwei Prozent der Teilnehmer sind in keiner Weise von Lieferantenausfällen betroffen.“

    Auf die Frage, inwieweit die Durchführung von Projekten aktuell durch das Virus beeinträchtigt sei, „berichtet mit 42 Prozent die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer, dass sie Projekte weiterhin wie geplant durchführen können. Allerdings müssen mit knapp 41 Prozent fast genauso viele Umfrageteilnehmer Projekte verschieben und das kostet sie viel Geld. Neun Prozent können Projektpläne derzeit nicht einhalten und befürchten, dass dies sogar deren Existenz gefährdet.“

    „Firmen fangen an zu hamstern“

    Weitere acht Prozent müssten laut der neuen Umfrage zwar ein geplantes Projekt terminlich verschieben, würden es aber dennoch realisieren können.

    Deutsche Firmen „fangen an, zu hamstern und füllen ihre Lager vorsorglich auf“, so ein hochrangiger Sprecher des Düsseldorfer Unternehmens, das die Umfrage durchgeführt hatte. „Dies betrifft neben der produzierenden Industrie auch sehr stark den Handel.“ Außerdem sagte er, deutsche Unternehmen, die mit Standorten in China vertreten sind, würden nicht mehr nur Mundschutzmasken nachfragen, sondern auch „Eilaufträge für weitere Warengruppen“ erteilen.

    Einkaufsberater der Düsseldorfer „Kloepfel Group“ hatten zuvor Anfang Februar stichprobenartig und branchenübergreifend eine Online-Blitzumfrage durchgeführt, an der sich 243 Fach- und Führungskräfte aus deutschen Industrie- und Handelsunternehmen beteiligten.

    Produktions-Stopp für deutsche Autobauer in China

    Die globale Wirtschaft würde aktuell einen „de facto Produktionsstopp“ beklagen, berichtete das Manager-Magazin „Capital“ vor wenigen Tagen. „Die Auswirkungen auf globale Handelsstränge und Lieferketten, vor allem in der Kommunikationstechnologie und im Autobau, sind noch nicht absehbar. Autobauer wie Honda, Hyundai, Nissan oder Toyota haben wegen des verordneten Stillstands ihre Bänder angehalten (…). Auslieferungen von Kraftfahrzeugen dürften sich verzögern, warnte unter anderem der US-Hersteller Tesla, der in Schanghai Luxuslimousinen baut.“

    Auch deutsche Auto-Hersteller mussten gezwungenermaßen die Werksferien an chinesischen Produktionsstandorten verlängern.

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