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    Der russische Erdölkonzern Rosneft konzipiert ein Projekt zur Erschließung arktischer Erdölvorkommen. Es handelt sich um den Aufbau einer neuen Erdöl- und Erdgasprovinz auf der Halbinsel Taimyr im Norden des Landes.

    Rosneft-Chef Igor Setschin hat bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin am Dienstag neue Zahlen zum Megaprojekt genannt. Demnach sollen insgesamt mehr als 145 Milliarden Euro in das Vorhaben investiert werden. Mit der Umsetzung des Projekts würde die russische Wirtschaft um zwei Prozent jährlich wachsen, so Setschin. Außerdem würden 100.000 Arbeitsplätze geschaffen. Geplant sei der Bau von 15 Gewerbestädtchen, zwei Flugplätzen, einem Hafen, von Pipelines und einem Stromversorgungssystem mit einer Gesamtleistung von 2000 Megawatt.

    Putin schätzte das Projekt als sehr komplex und zukunftsorientiert ein. „Es bedeutet einen Anstieg des gesamten BIP des Landes, eine Steigerung des Güterverkehrs auf dem Nördlichen Seeweg und selbstverständlich auch eine Festigung der Position Russlands in der Arktis insgesamt. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Man muss aber alles auf die gebührende Weise einkalkulieren“, betonte der Präsident.

    Wie das Medienunternehmen RBK dazu schreibt, soll das Projekt „Vostok Oil“ die Vorkommen „Lodotschnoje“, „Tagulskoje“ und „Wankorskoje“ mit dem Vorkommen „Paijachskoje“ der „Neftegasholding“ von Eduard Chudainatow verbinden.

    Laut Setschin werden die Ölressourcen des Clusters derzeit auf fünf Milliarden Tonnen geschätzt. Die Gesamtvorräte von Rosneft sollen nach früheren Schätzungen 37 Milliarden Barrel im Erdöläquivalent betragen.Das Projekt soll neben der Ölförderung auch zur Belebung des Nördlichen Seeweges entlang der russischen Nordküste beitragen und damit den Güterverkehr auf See sicherstellen.

    Setschin sagte auch, dass Rosneft bereits mit westlichen und indischen Investoren zusammenarbeite. „Vostok Oil“ könne ein „internationales Projekt“ werden, betonte er. 

    Russland als zuverlässiger Energieträgerlieferant für Europa

    Setschin informierte ferner über die Leistungen des Konzerns im vergangenen Jahr. Für Rosneft sei das Jahr 2019 trotz einer Verschlechterung der Außenkonjunktur und des Rückganges der Erdölpreise um etwa sieben Prozent recht positiv ausgefallen. Das Fördervolumen im Jahr 2019 sei mit 285,5 Millionen Tonnen fossilen Brennstoffen (im Erdöläquivalent) auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Im Tagesdurchschnitt wurden 5,8 Millionen Barrel gefördert. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, eines der besten in der ganzen Branche“, sagte Setschin. 

    Im vergangenen Jahr seien 110 Millionen Tonnen Erdöl und Gaskondensat verarbeitet worden, darunter mehr als zehn Millionen in den im Ausland gelegenen Ölraffinerien.

    Die langfristigen Verträge über Öllieferungen durch die Rohrleitung „Druschba“ in Richtung Polen und Tschechien, aber auch nach Deutschland seien verlängert worden, sagte Setschin. „Seit 2016 sind 83 Millionen Tonnen Erdöl nach Deutschland geliefert worden. Das macht einen Anteil von 25 Prozent des gesamten Erdölimports Deutschlands aus.“

    ls/mt

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    Tags:
    Taimyr, Wladimir Putin, Igor Setschin, Rosneft, Arktis, Russland