17:42 22 September 2020
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    Coronavirus auf dem Vormarsch: Chronologie der Ausbreitung (116)
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    Das Coronavirus lähmt die chinesische Industrie. Volkswagen teilt aus China mit, dass die Produktion in einigen Werken schon die zweite Woche nicht anläuft. Der Auto-Experte Dudenhöffer rechnet mit einem Produktionsrückgang von 1,5 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2020.

    Das Coronavirus hat China fest im Griff und trifft auch die chinesische Wirtschaft hart. Dafür sorgen auch die strengen Gesundheitsvorkehrungen der Regierung. Betroffen davon sind auch die deutschen Autobauer, die in China gemeinsam mit chinesischen Partnern produzieren.

    So teilte Volkswagen China am Dienstag in einer Pressemitteilung mit, dass die bis zum Montag ausgesetzte Produktion im Fall von VW-Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden. Der Grund: Es gebe „Probleme in den Lieferketten und der Logistik sowie nur begrenzte Reisemöglichkeiten für Mitarbeiter der Produktion“. Sputnik hat nachgehakt.

    Strenge Gesundheitsmaßnahmen treffen Industrie

    Seit dem chinesischen Neujahrsfest und der Urlaubswoche um diese Zeit kommen die Lieferketten nicht richtig in Fahrt, heißt es von VW China gegenüber Sputnik. Dass die Prozesse sich erst wieder einspielen müssen, sei nach den Festlichkeiten zwar nicht ungewöhnlich, aber diese Verzögerungen hängen mit dem Coronavirus im Land zusammen. Denn die Werke von SAIC Volkswagen haben mehrere tausend Angestellte, die über die Feiertage oft verreist waren, erklärt der VW-Sprecher.

    Und genau hier greifen die Maßnahmen der chinesischen Regierung, denn viele Mitarbeiter können aus Gegenden, aus denen der Erreger gemeldet wurde, nicht ausreisen. 14 Tage beträgt die Inkubationszeit, also die Zeit, in der das Virus bereits im Körper und der Träger ansteckend ist, aber die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Diese Zeit ist in Quarantäne zu verbringen, in den eigenen vier Wänden. Viele Angestellte steigen in dieser Zeit auf Homeoffice um.

    „Die Industrie ist gelähmt“ und 1,5 Millionen Autos betroffen

    Aber von diesen Problemen ist eben nicht nur VW betroffen, sondern die gesamte Industrie Chinas.

    „SAIC VW ist nicht das einzige Problem, das wir haben, sondern die gesamte Lieferkette in China ist gelähmt“, betont Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber Sputnik. „Die Industrie ist gelähmt durch den Coronavirus.“

    Die chinesische Staatsregierung habe sehr energisch und bestimmt gehandelt, Quarantänsituationen geregelt, in Rekordzeit Krankenhäuser aufgebaut. Aber durch diesen harten Kampf wurde auch die Wirtschaft getroffen. „Toyota hat mitgeteilt, wieder zu produzieren, aber wie lange das geht, wissen wir nicht. Hyundai, Kia haben mitgeteilt, dass sie überhaupt nicht mehr produzieren können, weil sie Bordnetze aus der Nähe von Wuhan erhalten“, so Dudenhöffer.

    Aus Sicht der Auto-Experten wird sich das deutlich auf die Produktion in China niederschlagen: „Wir gehen davon aus, dass der chinesische Automarkt in dem Jahr gut 1,5 Millionen Fahrzeuge verliert. Das ist keine einfache Sache, es ist aber die Möglichkeit, dann wieder auf den Wachtsumskurs zu gehen. Der Weltautomobilmarkt, die deutschen Unternehmen – wir alle sind in Geiselhaft vom Coronavirus“, so Dudenhöffer.

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