19:51 07 April 2020
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    US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 (44)
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    Die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 wird Ende 2020 oder spätestens Anfang 2021 fertiggebaut. Diese Prognose bekräftigte Russlands Vize-Energieminister Pawel Sorokin am Dienstag in Berlin.

    „Unser Ministerium ist sicher, dass das Projekt zum Abschluss gebracht wird. Alle früheren Prognosen bleiben unverändert“, betonte er.

    Im Dezember 2019 hatte der US-Senat Sanktionen gegen das Gasprojekt Nord Stream 2 in seinen Gesetzentwurf über den Rüstungsetat (NDAA/National Defense Authorization Act) für 2020 einbezogen. Präsident Donald Trump unterschrieb das Dokument am 20. Dezember.

    US-Sanktionen: Dritte Unternehmen und Personen betroffen

    Unter Restriktionsmaßnahmen fallen die am Projekt beteiligten Rohrlegeschiffe und leitende Mitarbeiter der mit ihnen verbundenen Unternehmen. Der Senat drohte den betroffenen Personen mit Visaverweigerung und mit der Blockade von Operationen mit ihren Vermögenswerten in den USA.

    Die Schweizer Firma Allseas, die mit Spezialschiffen Rohre in der Ostsee verlegt hatte, stellte ihre Arbeiten wegen der US-Sanktionen ein. Russland plant, sein 2015 gekauftes Rohrlegeschiff „Akademik Tscherski“ einzusetzen. Das Schiff wird jetzt grundlegend modernisiert, die Arbeiten dürften noch 2020 zu Ende gehen.

    Gasprojekt Nord Stream 2

    Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von umgerechnet rund 9,5 Milliarden Euro. Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2400 Kilometer Gesamtlänge fließen – bis zu 55 Milliarden Kubikmeter jährlich. Nach Angaben von Gazprom-Vorstandschef Alexej Miller wurden bislang 2100 Kilometer Rohre der beiden Stränge verlegt. Die Leitung verläuft durch das Territorialgewässer Russlands, Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Deutschlands.

    Gegner und Befürworter

    Mehrere Länder stemmen sich gegen das Projekt: Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium. Polen, Lettland und Litauen lehnen das Vorhaben als politisch motiviert ab. Und die USA wollen russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) ersetzen.

    Die aktivsten Befürworter der Leitung sind Deutschland und Österreich. Beide Länder sind der Ansicht, dass das Projekt die Energiesicherheit Europas stärken wird, und weisen auf die Zuverlässigkeit Russlands als Energielieferant hin. Präsident Putin zufolge soll der ukrainische Gastransit auch nach dem Fertigbau dieser Pipeline bleiben.

    Moskau spricht von konkurrenzfähigem Projekt

    Moskau hatte mehrmals erklärt, dass Nord Stream 2 ein ausschließlich kommerzielles und konkurrenzfähiges Projekt sei. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa kritisierte die gegen die Gesellschafter des wichtigen Energieprojekts verhängten Sanktionen und stufte sie als eine „neue Spirale der Russophobie“ ein.

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