03:40 13 Juli 2020
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    Anleger aus dem Ausland haben letztes Jahr 50 Prozent mehr in russische Werte investiert als noch 2018. Dies berichten Medien unter Berufung auf die Unternehmensberatung KPMG. 2019 sei für Auslandsinvestitionen in Russland das stärkste Jahr gewesen, seit die Sanktionen verhängt wurden.

    20,9 Milliarden Dollar haben ausländische Anleger 2019 in russische Aktiva investiert. Das sind im Vorjahresvergleich 49,5 Prozent mehr (14 Milliarden Dollar in 2018), schreibt die russische Wirtschaftszeitung RBK mit Verweis auf eine Marktanalyse von KPMG. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft hat den russischen Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) ausgewertet. Demnach hat das Gesamtvolumen aller Abschlüsse auf dem M&A-Markt in Russland um 21,5 Prozent auf 63 Milliarden Dollar zugelegt.

    Raus aus dem Tiefschlaf

    Russlands Wirtschaft hat sich an die Sanktionen angepasst und die Abhängigkeit von hohen Ölpreisen überwunden – so erklärt KPMG die Entwicklung. Mehr Sicherheit bei Investitionen in Russland entstehe durch Überschüsse im russischen Staatsfonds, sagt Analystin Lydia Petraschowa, Leiterin Investment und Kapitalmärkte bei KPMG laut der Zeitung. Der Nationale Wohlstandsfonds kommt beim Umfang in diesem Jahr auf sieben Prozent des BIP.

    Weitere Gründe für die Investitionssause: Russlands Staatsverschuldung sei niedrig, die Nationalprojekte würden umgesetzt und mehrere russische Konzerne seien Anfang 2019 von Sanktionen befreit worden, so die Expertin.

    Die meisten Auslandsinvestitionen entfielen auch 2019 auf den Öl- und Gassektor (43 Prozent) – gefolgt von Innovationen und Technologien (zwölf Prozent aller Abschlüsse), schreibt RBK. Auch der russische Bau- und Immobiliensektor zählt zum vorzüglichen Anlageobjekt ausländischer Investoren.

    Ein markanter Abschluss aus dem vergangenen Jahr: Gaskonzern Nowatek hat seine Anteile am Flüssiggasprojekt Artik SPG-2 an die chinesische CNPC und die japanische Mitsui verkauft. Im IT-Sektor: Der russische Softwareentwickler Luxor wurde für rund zwei Milliarden Dollar von der amerikanischen DXC Technology übernommen. Die südafrikanische Naspers hat den russischen Onlinemarktplatz Avito gekauft.

    Ausgerechnet Anleger aus den USA haben signifikant mehr in russische Werte investiert: 3,2 Milliarden Dollar statt der bisherigen 0,2 Milliarden. Investitionen aus Asien in die russische Wirtschaft sind 2019 um das Dreifache gestiegen: von 2,4 Milliarden auf 8,2 Milliarden Dollar. Rückläufig waren Investitionen aus dem Nahen Osten (von 4,8 Milliarden auf 2,7 Milliarden Dollar) und aus der EU (von 5,9 Milliarden auf 2,6 Milliarden Dollar).

    Experten der KPMG rechnen auch in diesem Jahr mit weiter steigenden Auslandsinvestitionen in Russland. Das Anlegerinteresse am russischen Energie-, Innovations- und Technologiesektor bestehe weiter.

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    Tags:
    Japan, China, USA, Investitionen, Russland