12:41 22 Oktober 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (201)
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    Das Coronavirus schwächt die Weltwirtschaft. Wie man darauf spekulieren und ob man Geld damit verdienen kann, dass erklärt der Ökonom Marc Friedrich . Auch warum das Virus zuerst die Kommunistische Partei Chinas zu Fall bringen und dann die Weltwirtschaft zerstören könnte, verrät der Bestsellerautor im Sputnik-Interview.

    „Bevor Sie Aktien, Gold oder Immobilien brauchen, brauchen Sie irgendwas zu Essen und zu Trinken,“ empfiehlt der Anlageexperte Marc Friedrich für das beste Investment in Zeiten von SARS-CoV-2, so die offizielle Bezeichnung des neuartigen Coronavirus.

    „Selbst das Bundesamt für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz empfiehlt ja schon seit Jahren, dass man für zwei Wochen Wasser und Lebensmittel zuhause hat. Da kann man sich mit wenig Kapitaleinsatz viel Vorsprung und Autarkie erkaufen.“

    Man habe es bei der Covid-19-Epidemie in Italien gesehen, wo die Ladenregale schnell leer gekauft worden seien. Darüber hinaus empfiehlt er:

    „Lebensmittel, Vorräte, ruhig Blut halten und nicht in Panik verfallen. Und in durch die Natur oder die Mathematik limitierte Sachwerte investieren wie Edelmetalle, aber auch Bitcoin, Grund und Boden, Diamanten, Whiskey und so weiter. Einfach streuen, denn wer streut, rutscht nicht aus.“

    Könnte Corona die chinesische Regierung zu Fall bringen?

    Von China ausgehend breitet sich die neuartige Variante des Coronavirus aus. Mehr als 80.000 Menschen sind derzeit nachweislich infiziert, mehr als 2700 an der Lungenkrankheit gestorben. Die überwiegende Mehrheit davon in der Volksrepublik. Die sei schon vor der Epidemie wirtschaftlich angeschlagen gewesen, erklärt Friedrich. Die Kehrseite der Globalisierung sei: „Wir können in einer Welt mit begrenzten Ressourcen nicht unendlich wachsen.“ Deswegen würde auch in China die Wirtschaft schwächeln und es hätten sich „unglaubliche“ Blasen entwickelt: Finanzmarktblase, Immobilienblase und Schattenbankensystem.

    So oder so wäre es in dieser Dekade in dem ostasiatischen Staat zu einer Rezession gekommen, meint Friedrich. Er hat auch schon in seinem Bestseller „Der größte Crash aller Zeiten“ geschrieben, dass er davon ausgeht, dass auch die kommunistische Regierung in Peking in dieser Dekade scheitert. Menschen würden immer nach Freiheit und Demokratie streben, eine weitere Rezession würde die Menschen auf die Straßen bringen und würde laut dem Ökonom die Regierung zu Fall bringen:

    „Die Menschen verlieren das Vertrauen in die Partei, weil sie merken der Virus wird nicht unter Kontrolle gebracht und sie werden angelogen. Viele Chinesen gehen schon mutig vor die Kamera und äußern ihren Unmut, was noch vor ein paar Monaten undenkbar war. Der Vertrauensverlust, den man auch weltweit sehen kann, in die Behörden, die Politik und die Parteien, geht auch in China voran, wird der Partei das Genick brechen und die kommunistische Regierung zu Fall bringen.“

    „Die Kehrseite der Globalisierung“

    China sei aber zu 28 Prozent die Produktionswerkbank der Welt, würde 17 Prozent zur weltweiten Wertschöpfung, dem BIP, beitragen und die wirtschaftlichen Probleme dort beeinflussen natürlich die Lieferketten – auch in Deutschland. Man weiß nicht, welche Materialien noch in Zukunft verfügbar sein werden, dass würde sich erst in den nächsten zwei, drei Wochen zeigen und die Tourismusbranche breche ein. Friedrich warnt:

    „Das ist die Kehrseite der Globalisierung und für mich der Anfang vom Ende der Globalisierung. Es wird jetzt eher in Richtung Deglobalisierung gehen. Die Menschen und die Unternehmen werden merken, wie sehr sie sich von Peking abhängig gemacht haben. Das darf nie wieder passieren. Wir müssen wieder eigene Produktionsstätten aufbauen um autarker für kommende Krisen zu sein.“

    Gewinn durch fallende Kurse?

    Eine Möglichkeit mit der wirtschaftlichen Schwäche und der Rezession Geld zu machen, ist sich Optionsscheine auf fallende Kurse zu kaufen. Hier sieht Friedrich zwar ein moralisches Problem, denn „wir sehen ja wie Menschen weltweit einfach umkippen, wie gefährlich dieser Virus ist – tödlicher als auf jeden Fall die Grippe.“ Aber auch dieser Virus werde bekämpft und besiegt werden, man kann jetzt natürlich sein Portfolio optimieren und positionieren.

    Bei Fluglinien wie die Lufthansa, Cathay Pacific oder Air China, welche vor allem stark im asiatischen und chinesischen Markt sind, könne man auf fallende Kurse spekulieren, und davon auch profitieren, empfiehlt der Finanzexperte:

    „Wir haben unseren Kunden empfohlen, auf fallende Kurse zu setzen. Die die jetzt ‚short‘ waren haben die letzten Tage natürlich einen riesigen Reibach gemacht, weil diese Produkte ein Hebelprodukt sind und sich dementsprechend fünf- oder zehnmal stärker nach oben entwickeln wie der Preis dann fällt.“

    Branchen, die unter der durch das Coronavirus verursachten Krise besonders leiden würden, sind Logistiker, die Tourismusbranche, das verarbeitendes Gewerbe und die Automobilbranche. „Die Zahlen im Januar in China waren katastrophal: minus 92 Prozent“, so Friedrich. Gleichzeitig warnt er, dass bei solchen Wetten immer das Risiko des Totalverlusts im Raum stehen würde. Wenn sich der Kurs anders entwickelt als man erwartet hat, kann man sein ganzes Geld verlieren:

    „Wenn Sie auf fallende Kurse setzen und die Aktie explodiert nach oben, weil ein Impfmittel gefunden wurde, dann ist die Kohle futsch, dann ist der Komplettverlust garantiert.“

    Bestsellerautor Friedrich geht allerdings davon aus, dass der große Crash jetzt kommt. Ob der nun durch Corona oder die kommende Rezession ausgelöst werde sei einerlei.

    Sollten Infektionen auch in Deutschland zunehmen dann würde auch der deutsche Leitindex DAX ganz schnell unter 10.000 Punkte fallen. So könnten sich auch gute Kaufchancen für Aktien ergeben, denn wenn das Coronavirus irgendwie eingedämmt werde oder es würde ein Impfmittel gefunden, dann würden die Aktien auch schnell wieder nach oben gehen, „mit fünf oder sieben Prozent an einem Tag“.

    Das komplette Interview mit Marc Friedrich zum Nachhören:

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    Tags:
    Börse, Aktien, Coronavirus