23:39 09 April 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (198)
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    Die Schweiz hat laut ihrem Innenminister Alain Berset strengere Maßnahmen gegen Coronavirus ergriffen.

    Alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen wurden dem Minister zufolge am Freitag bis auf Weiteres abgesagt. Das sei auf die steigende Zahl von Coronavirus-Fällen zurückzuführen.

    „Das Verbot tritt sofort in Kraft und gilt bis mindestens den 15. März“, gab das schweizerische Kabinett bekannt.

    Die Zahl der bestätigten Ansteckungen mit 2019-nCoV sei in der Schweiz auf 15 gestiegen, so Berset. Mehr als 100 Menschen seien in Quarantäne. Der schweizerische Bundesrat stufte die Situation im Land als „besonders“ gemäß dem Epidemiengesetz ein.

    „Wir haben die Lage unter Kontrolle, dies kann sich jedoch sehr schnell ändern“, so Berset.

    Berns Vorgehen vor dem Hintergrund der 2019-nCoV-Ausbreitung

    Wie Daniel Koch, der Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim schweizerischen Bundesministerium für Gesundheit (BAG), zuvor mitgeteilt hatte, gehöre zu den Schutzmaßnahmen vor allen Dingen eine Informations- und Hygienekampagne, die für stärkere Wahrnehmung und stärkeres Bewusstsein sorgen soll. Die Instruktionen werden für die breite Öffentlichkeit zugänglich sein, in Form von Plakaten und Flyern.

    Von der Schließung der Schulen und ähnlichen Institutionen werde abgesehen, sofern es nicht zu einem konkreten Fall kommen sollte, meinte damals Koch. Ab Donnerstag musste eine Reihe von Kindern im Kanton Basel-Stadt 14 Tage in Quarantäne bleiben, nachdem bei einer ihrer Betreuungspersonen das Virus nachgewiesen worden war.

    Unternehmen sollen selbst über eine Schließung entscheiden. Auch auf das Schließen der Grenzen werde verzichtet. Daniel Koch begründet dies damit, dass man den Leuten 2019-nCoV auf keinen Fall ansehen könne.

    Laut Alain Berset sind zehn schweizerische Labors mittlerweile in der Lage, Tests durchzuführen. Somit könnten in der Schweiz täglich 1000 neue Fälle der neuartigen Lungenkrankheit abgeklärt werden. Zudem habe das BAG eine telefonische Informationshotline eingerichtet, die seit dem ersten Fall oft überlastet war.

    ​Außerdem solle Personal beim Grenzübergang, so beispielsweise Zollbeamte oder Mitarbeiter der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), spezielle Instruktionen bekommen, wie sie vorgehen sollen.

    Neuartiges Coronavirus

    Ende Dezember hatte Peking die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den Ausbruch einer Lungenentzündung unbekannter Ursache in der Stadt Wuhan (Provinz Hubei) informiert. Als Krankheitserreger wurde etwas später das Coronavirus 2019-nCoV identifiziert, der den Namen Sars-CoV-2 erhielt. Die neue Corona-Lungenkrankheit hat von der WHO den offiziellen Namen Covid-19 bekommen. Die WHO hat wegen des Coronavirus einen internationalen Gesundheitsnotfall ausgerufen.

    Coronavirus-Fälle weltweit

    Inzwischen wurden aus zahlreichen Ländern erste Fälle gemeldet, etwa aus Israel, Dänemark, Norwegen, Deutschland, Estland, Rumänien, Weißrussland und Litauen. In Italien gibt es mit mehr als 650 Infizierten und mindestens 17 Toten den größten Ausbruch in Europa.

    In Festlandchina stieg die Zahl der erfassten Infektionen auf rund 78.800, die Zahl der Toten lag in der offiziellen Statistik für Festlandchina bei 2788. Seit einer neuerlichen Änderung der Zählweise vergangene Woche hat sich der täglich berichtete Anstieg der neuen Infektionen mit dem Virus und der Todesfälle in der Statistik Chinas deutlich reduziert. Die Zahl der Genesungen liegt weltweit bei mehr als 36.600.

    mo/mt/rtr/dpa

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    Coronavirus, Schweiz