08:05 08 Juli 2020
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    Der Finanzvorstand des deutschen Chemiekonzerns BASF, Hans-Ulrich Engel, hat gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti in einer Telefonkonferenz die Lage um das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 kommentiert.

    Die Rohre für das Gasprojekt werden laut Engel derzeit nicht verlegt. Dieser Vorgang sei eingestellt worden. Alternative Möglichkeiten für seine Wiederaufnahme würden zwar besprochen, bisher gebe es aber keine Ergebnisse.

    Der Finanzpartner des Nord Stream 2-Projekts, der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea, von dem die BASF 67 Prozent der Anteile hält, sei von der entstandenen Lage nicht beeinflusst worden. Die weitere Entwicklung der Situation werde alles entscheiden.

    Gasprojekt Nord Stream 2

    Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von umgerechnet rund 9,5 Milliarden Euro. Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2400 Kilometer Gesamtlänge fließen – bis zu 55 Milliarden Kubikmeter jährlich. Nach Angaben von Gazprom-Vorstandschef Alexej Miller wurden bislang 2100 Kilometer Rohre der beiden Stränge verlegt. Die Leitung verläuft durch das Territorialgewässer Russlands, Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Deutschlands.

    Gegner und Befürworter

    Mehrere Länder stemmen sich gegen das Projekt: Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium. Polen, Lettland und Litauen lehnen das Vorhaben als politisch motiviert ab. Und die USA wollen russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) ersetzen.

    Im Dezember 2019 hatte der US-Senat Sanktionen gegen das Gasprojekt Nord Stream 2 in seinen Gesetzentwurf über den Rüstungsetat (NDAA/National Defense Authorization Act) für 2020 einbezogen. Präsident Donald Trump unterschrieb das Dokument am 20. Dezember.

    Die aktivsten Befürworter der Leitung sind Deutschland und Österreich. Beide Länder sind der Ansicht, dass das Projekt die Energiesicherheit Europas stärken wird, und weisen auf die Zuverlässigkeit Russlands als Energielieferant hin. Präsident Putin zufolge soll der ukrainische Gastransit auch nach dem Fertigbau dieser Pipeline bestehen bleiben.

    Moskau spricht von konkurrenzfähigem Projekt

    Moskau hatte mehrmals erklärt, dass Nord Stream 2 ein ausschließlich kommerzielles und konkurrenzfähiges Projekt sei. Russlands Vize-Energieminister Pawel Sorokin sagte Mitte Februar in Berlin, die Ostsee-Gaspipeline werde bis Ende 2020 oder spätestens bis Anfang 2021 fertiggebaut.

    mo/mt/sna

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    Tags:
    Nord Stream 2, BASF, Polen, Ukraine, USA, Europa, EU, Russland, Deutschland