10:32 05 August 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (198)
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    Das neuartige Coronavirus trifft die Weltwirtschaft stark – selbst bei einer positiven Entwicklung. Für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt es sogar die größte Gefahr seit der Finanzkrise dar. Die OECD empfiehlt den Regierungen deshalb, ihre Bemühungen um eine Eindämmung zu verstärken.

    Das neue Coronavirus Covid-19 aus China stellt nicht nur mitunter eine Gefahr für die Gesundheit dar, es trifft auch die Wirtschaften der betroffenen Länder und die Weltwirtschaft als Ganzes hart. Das teilt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer Pressemitteilung vom Montag mit. Denn die Fragestellungen rund um die Gesundheit und Bewegungsfreiheit von Bürgern wird laut OECD und vielen übereinstimmenden Quellen längst auch auf Güter und Dienstleistungen ausgedehnt und wirkt sich in der Folge auf Business und Konsumentenvertrauen sowie Produktionsprozesse aus.

    Selbst im optimistischsten Szenario beschränkter Ausbrüche außerhalb Chinas erwartet die Wirtschaftsorganisation einen scharfen Rückgang des Weltwirtschaftswachstums in der ersten Hälfte des Jahres 2020, weil Lieferketten und Rohstoffe getroffen werden, der Tourismus fällt und das Vertrauen sinkt. Das Weltwirtschaftswachstum soll laut OECD in diesem Szenario auf 2,4 Prozent über das gesamte Jahr fallen. Bereits im Jahr 2019 schwächelte es mit 2,9 Prozent. Danach soll es wieder im Jahr 2021 auf 3,3 Prozent ansteigen. Die chinesischen Wachstumschancen werden nun unter fünf Prozent angesetzt, während das Wachstum 2019 bei 6,1 Prozent lag.

    Größere Ansteckungsraten im gesamten asiatischen Raum und in fortgeschrittenen Wirtschaftsländern könnten dagegen das Weltwirtschaftswachstum auf 1,5 Prozent fallen lassen. Eindämmungsmaßnahmen und Vertrauensverlust würden die Produktion und den Konsum stark treffen und viele Länder in die Rezession treiben, darunter Japan und die Eurozone.

    Zum heute in Paris vorgestellten Ausblick auf die Entwicklung der globalen Wirtschaft bemerkt der Hauptökonom der OECD, Laurence Boone:

    „Es besteht das Risiko, dass das Virus der Weltwirtschaft einen weiteren Schlag versetzt, die bereits durch Spannungen in Handel und Politik geschwächt war. Die Regierungen müssen deswegen sofort handeln, um die Epidemie einzugrenzen, das Gesundheitssystem zu stärken, ihre Bürger zu schützen, die Nachfrage zu stärken und die finanzielle Versorgung von Haushalten und Unternehmen zu garantieren, die am stärksten betroffen sind.“

    In der Prognose wird die Wichtigkeit von flexiblem Arbeiten wie im Homeoffice betont, wodurch viele Jobs aufrechterhalten werden können. Die Regierungen sollten außerdem vorübergehende Steuer- und Budgetmaßnahmen einführen, um die Auswirkungen in den am meisten getroffenen Sektoren zu dämpfen. Hierzu zählt das OECD die Reisebranche, den Tourismus sowie die Automobil- und Elektronikindustrie.

    Zudem soll in den am stärksten getroffenen Ländern ein angemessener Geldstrom gewährleistet werden, um es Banken zu ermöglichen, Unternehmen mit Zahlungsschwierigkeiten zu helfen, während die Eindämmungsmaßnahmen laufen.

    Sollte sich die Epidemie weiter ausbreiten, empfiehlt die OECD, dass die G20-Wirtschaften einen internationalen Handlungsrahmen zur Gesundheitsversorgung entwerfen sowie durch steuerrechtliche und finanzielle Stimuli das Vertrauen wiederherstellen.

    vr

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    Weltfinanzkrise, Finanzkrise, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), OECD, Coronavirus