12:04 03 August 2020
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    Die Deutsche Umwelthilfe will die Genehmigung der Ostseepipeline Nord Stream 2 prüfen lassen. Ein entsprechender Antrag sei beim zuständigen Bergamt Stralsund gestellt worden, teilte die Umwelthilfe am Donnerstag mit.

    Hintergrund ist ein Rechtsgutachten, das von der TU Berlin in Auftrag gegeben wurde. Demnach gibt es vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse „mindestens erhebliche Hinweise“ darauf, dass die Methanemissionen der Gasförderung in Europa und Russland tatsächlich deutlich höher seien, als bislang angenommen. Methan sei Hauptbestandteil von Erdgas. Es sei um ein Vielfaches klimawirksamer als CO2.

    Daraus folge eine „relevante Wahrscheinlichkeit“ dafür, dass auch die in Zusammenhang mit dem Betrieb von Nord Stream 2 sowie der notwendigen Anschlusspipeline möglichen Methanemissionen heute anders zu bewerten seien, als es in den für die Vorhaben durchgeführten Genehmigungsverfahren erfolgt sei, heißt es im Gutachten. Die vom Bergamt Stralsund erteilte Genehmigung sehe ausdrücklich Handlungsmöglichkeiten für den Fall zuvor nicht absehbarer nachteiliger Auswirkungen von Nord Stream 2 auf die Umwelt vor.

    Bereits 2018, hatte der Naturschutzbunds Deutschlands (NABU) einen Antrag gegen den Beschluss des Bergamtes Stralsund, den Bau und Betrieb des Pipelinesystems Nord Stream 2 im deutschen Küstenmeer zu genehmigen, gestellt. Dieser Antrag wurde vom Oberverwaltungsgericht Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern abgelehnt.

    Nord Stream 2 soll Gas von Russland nach Deutschland transportieren. Die USA wollen das Projekt verhindern. Deshalb haben sie zuletzt Sanktionen gegen Firmen verhängt, die an der Pipeline mitbauen. Gleichzeitig bieten sich die Vereinigten Staaten den Staaten in Europa als Lieferant von Flüssiggas an, das in den USA zum Teil mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren gewonnen wird.

    Deutschland, wo Nord Stream 2 anlanden soll, befürwortet den Bau der Pipeline und kritisierte die Sanktionen. Die Betreibergesellschaft von Nord Stream 2 argumentiert, das Projekt sei ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Versorgungssicherheit.

    as/dpa

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    Tags:
    Umweltbelastung, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Nord Stream 2