11:35 30 Oktober 2020
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    Laut dem bekannten US-Wirtschaftsanalytiker Jesse Colombo steht die Weltwirtschaft kurz vor einer weiteren Finanzkrise, die möglicherweise schwerwiegender sein wird als die von 2008. Colombo ist unter anderem dafür bekannt, dass er die Finanzkrise von 2008 gerade vorhergesagt hatte.

    Seine neueste Prognose äußerte Colombo gegenüber der britischen Zeitung „The Independent“.

    „Wir sind bereits weit tief im Zyklus und das Coronavirus ist im Grunde genommen ein Auslöser. Aber wir waren bereits in Richtung Rezession gerast, noch bevor jemand was von Coronavirus gehört hat“, so der Analytiker.

    Zwar waren die globalen Märkte am Montag zusammengebrochen bzw. die nationalen Aktienmärkte hatten ihre seit 2008 wohl schlimmsten Tage erlebt, als die Verleger versucht hatten, aus Angst vor Instabilität wegen des Coronavirus und eines Ölpreiskrieges zwischen Russland und Saudi-Arabien loszuwerden. Auch der US-Präsident Donald Trump hatte in den letzten Tagen versucht, diese beiden Faktoren für den Abschwung verantwortlich zu machen. Jedoch geht das eigentliche Problem laut Colombo viel tiefer. Dem Ökonomen zufolge sind auf den Weltmärkten längt neue „Blasen“ gereift, die jeden Moment platzen könnten. Er will diese „Blasen“ noch im Sommer 2019 auf den über 20 Märkten gefunden haben, darunter auf dem europäischen Immobilienmarkt, dem Markt der US-Wertpapiere, dem Kreditmarkt und den der Start-Ups sowie für Unternehmensverschuldungen.

    Diese nun „überhitzten“ Märkte seien in den letzten zwölf Jahren zwar zur wirtschaftlichen Erholung beigetragen, so Colombo, jetzt aber würden sie sich einem Default annähern. Als eine der gefährlichsten betrachtet der Finanzexperte die Kreditblase Chinas, die auf die Infrastrukturkosten zurückzuführen sei. Die neue Krise dürfte sogar schwerwiegender als die von 2008 werden, weil die die Gesamtverschuldung in verschiedenen Wirtschaftsbereichen seitdem um 100 Billionen US-Dollar gestiegen sei, verweist Colombo. In diversen Sputnik-Gesprächen hatte zuvor auch der deutsche Finanzexperte vor einem massiven Crash gewarnt, wobei das Coronavirus nur die Spitze des Eisbergs sei.

    Die Weltwirtschaftskrise von 2008 hatte mit einer Hypothekenblase in den USA begonnen, die 2007 platzte, als die Kreditnehmer massiv aufgehört hatten, ihre ohne Sicherheiten vergebenen Kredite zu bedienen. Dies führte unter anderem zur Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers, was zur akutesten Phase der Krise gehörte.

    2018 teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) mit, dass die meisten Volkswirtschaften zehn Jahre nach dem Zusammenbruch nicht in ihren Zustand vor der Krise zurückgekehrt seien. Der IWF kam zu dem Schluss, dass der allgemeine Rückgang der Investitionen zu einem Kapitalmangel geführt habe. Es wurde auch festgestellt, dass die Krise von 2008 zu einem Rückgang der Geburtenrate bzw. einer Verlangsamung der Migration geführt habe, was das Wachstum der Arbeitskräfte in den in Industrieländern verlangsamt haben soll.

    lk

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    Ölpreis, Weltfinanzkrise