19:29 05 August 2020
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    Gold aus dem Weltall ist bislang ein Zukunftsszenario, aber ein paar Länder haben bereits Gesetze für diese Zukunft erlassen. Sputnik wollte wissen, was es für den Wert von Gold bedeuten würde, wenn zusätzliche Quellen im Kosmos angezapft werden. Der Ökonom Marc Friedrich hat Antworten geliefert.

    Gold gilt als verlässliche Wertanlage, wenn alles andere unsicher scheint. Auch das Coronavirus scheint das Edelmetall bislang nicht ernsthaft zu treffen und vom gegenwärtigen Preiskampf um Öl profitiert es ebenfalls. Seine Beständigkeit liegt an überschaubaren Förderraten und einer konstanten und relativ geringen Menge, die sich weltweit im Umlauf befindet.

    Doch die Erde ist nicht der einzige Ort, an dem Gold vorkommt und gefördert werden könnte. Auf Planeten und Asteroiden in unserem Planetensystem lagern große Mengen unterschiedlichster Edelmetalle, deren Abbau bislang allerdings unwirtschaftlich ist, da die Förderkosten den gegenwärtigen Goldwert bei weitem übersteigen.

    Für eine Zukunft, in der so etwas möglich sein wird, haben allerdings bereits einige Länder Gesetze erlassen, die ihnen den „Asteroidenbergbau“ oder „Weltraumbergbau“ erlauben. Solche Gesetze gibt es seit 2015 in den USA und seit 2017 in Luxemburg, während ein solches Gesetz in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Planung und in Deutschland seit 2018 ausdrücklich von der Industrie erwünscht ist.

    Was passiert in einer – wahrscheinlich sehr fernen – Zukunft, wenn größere Mengen des Edelmetalls oder anderer Metalle aus dem Weltall auf die Erde importiert werden? Sputnik hat darüber mit dem Ökonomen und Buchautor Marc Friedrich gesprochen.

    Goldsturz nur bei exorbitanter Zunahme erwartet

    Die Auswirkungen auf die Anlage Gold und die Weltwirtschaft insgesamt hängen davon ab, wie viel Gold in welchem Zeitraum zusätzlich auf die Erde gelangt.

    „Es kommt darauf an, wie viel Gold abgebaut wird, zu welchen Kosten. Wenn die Menge exorbitant steigt und die Kosten sehr gering sind, dann wird Gold massiv an Wert verlieren“, bemerkt Friedrich. Derzeit sollen die Förderungsraten bei 3500 Tonnen jährlich liegen und der Gesamtumfang auf der Welt 195.000 Tonnen betragen. „Wenn man jetzt auf einem Asteroiden die gleiche Menge, die in den Lebzeiten der Menschheit gefördert wurde, auf einmal finden würden, dann würde der Preis um 50 bis 80 Prozent in die Knie gehen“, findet der Ökonom.

    Wenn so etwas je passieren sollte, dann ist das aus Friedrichs Sicht als Tatsache zu werten und die Regelungen dem freien Markt überlassen. Denn auch auf der Erde gelte: „Wenn irgendwo in Berg aus purem Gold gefunden werden würde auf der Erde, dann wäre das eben so, dann müsste der Markt das auch richten.“

    Bislang seien die Förderungskosten für Weltraumgold so hoch, dass der Goldpreis auf 50.000 Dollar pro Unze steigen würde, bemerkt Friedrich. „Wenn wir uns nicht exponentiell technologisch entwickeln sollten, so ein Ding ganz nah vorbeifliegt oder wir Alien-Technologie haben – dann wird es nichts mehr in nächster Zeit.“

    Das Interview mit Marc Friedrich zum Nachhören:

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    Weltall, Edelmetalle, Asteroid, Goldpreis, Gold