21:42 03 Dezember 2020
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    Beschäftigte in Ostdeutschland verdienen weniger und arbeiten länger als die Arbeitnehmer in Westdeutschland. Das geht aus Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder hervor, die die Linken im Bundestag ausgewertet haben und die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

    So leisteten in Ostdeutschland Arbeitnehmer zuletzt über alle Wirtschaftsbereiche hinweg pro Jahr 63 Arbeitsstunden mehr als die Arbeitnehmer in Westdeutschland. In Ostdeutschland kamen demnach im Jahr 2018 1390 Arbeitsstunden auf einen Arbeitnehmer – in Westdeutschland 1327. Im verarbeitenden Gewerbe waren es im Jahr 2018 1433 geleistete Arbeitsstunden je Arbeitnehmer im Westen und 1486 im Osten – somit im Osten 53 mehr.

    Die Bruttomonatsverdienste im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich liegen in Ostdeutschland mit durchschnittlich 2833 Euro immer noch deutlich niedriger als die in Westdeutschland, wo es 3371 Euro sind. Diese Zahl stammt von Ende 2019 und zeigt die Lage bei Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmern. Im verarbeitenden Gewerbe ist der Unterschied mit 3073 Euro im Osten und 4322 Euro im Westen noch größer.

    Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann, die die Daten ausgewertet hat, sagte der dpa: „Die Spaltung am Arbeitsmarkt hält auch 30 Jahre nach der Wende an.” Zimmermann unterstützte die Forderungen der Gewerkschaften in den Tarifrunden, etwa für die Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland.

    „Im Osten wird durchschnittlich deutlich weniger verdient, in vielen Fällen auch bei gleicher Tätigkeit“, sagte Zimmermann. „Ein wesentlicher Schlüssel für die weitere Angleichung ist die Stärkung von Tarifverträgen und die Tarifbindung, die im Osten deutlich schwächer als im Westen ist.“ Die Bundesregierung müsse sich für eine höhere Tarifbindung einsetzen, insbesondere durch verbesserte Regelungen zur Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen.

    Die Gewerkschaften verdienten in ihrem Kampf um gleiche Arbeitsbedingungen volle Unterstützung. So sei die Forderung der IG Metall berechtigt, in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie die um drei Stunden längere Wochenarbeitszeit auf die in Westdeutschland geltende 35-Stundenwoche abzusenken.

    Ein Lohngefälle lässt sich nicht nur zwischen Ost und West erkennen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes von Montag verdienen Frauen in Deutschland weiterhin deutlich weniger – bis um 20 Prozent – als Männer bei gleichwertiger Arbeit.

    msch/sb/dpa

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    Niedriglohnsektor, Lohn, Ostdeutschland