10:44 09 April 2020
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    Deutschlands Supermärkte erleben einen Ansturm vor allem auf Lebensmittel und Hygieneartikel. Viele Kunden fragen sich: Wie lange kann das Angebot noch aufrechterhalten werden? Drohen komplett leere Regale und Schließungen? Sputnik hat bei Aldi, Lidl und Edeka nachgefragt. Die Unternehmen warnten dabei auch vor kursierenden Falschmeldungen.

    Vor allem in Deutschlands Städten, doch auch im ländlichen Bereich sind Supermarktkunden mit den immer gleichen Bildern konfrontiert: Ausverkaufte Artikel, teils leere Regale, lange Schlangen an den Kassen. Es herrscht eine Angst vor Versorgungsengpässen durch die Corona-Infektionswelle. Doch wie kritisch ist die Lage tatsächlich? Und worauf müssen wir uns in den nächsten Tagen und Wochen einstellen?

    Bestimmte Produkte sind Mangelware

    Unbestritten gibt es in diesen Tagen eine enorm gesteigerte Nachfrage. Es entsteht bei vielen Kunden das subjektive Gefühl einer Lebensmittelknappheit. Mit der Realität habe das nichts zu tun, wie die Unternehmensgruppe ALDI SÜD gegenüber Sputnik bestätigte. Zwar beobachte man laut einer Sprecherin des Discounters vor allem bei länger haltbaren Produkten wie Konserven gesteigertes Kundeninteresse, die Versorgungslage sei aber gesichert:

    „Alle Mitarbeiter von ALDI SÜD in den Logistikzentren und den Filialen arbeiten auf Hochtouren, um die Regale regelmäßig und so schnell wie möglich wieder aufzufüllen.“

    Sollte es dennoch zu vorübergehenden Engpässen kommen, bittet das Unternehmen bei den Kunden um Verständnis. Vor allem so genannte Hamsterkäufe über den normalen Bedarf hinaus sind hierfür verantwortlich. ALDI SÜD appelliert deshalb während des Einkaufs um gegenseitige Rücksichtnahme und Solidarität.

    Angebot und Nachfrage …

    Auch die EDEKA AG, zu der auch die Marktkauf- und Netto Marken-Discount-Märkte gehören verweist auf Nachfrage darauf, dass die Versorgung der Kunden mit Lebensmitteln weiterhin bundesweit sichergestellt sei – trotz erhöhter Nachfrage:

    „Dennoch können wir die tägliche Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über unsere Logistikzentren weiterhin gewährleisten. Auch stehen aktuell keinerlei Einschränkungen der Öffnungszeiten bevor.“

    Die Mitarbeiter der EDEKA AG würden laut einer Unternehmenssprecherin alles daransetzen, die gewohnten Angebote und Leistungen für die Kunden aufrechtzuerhalten.

    ​Die Discounter-Kette Lidl Deutschland erklärte gegenüber Sputnik, man beobachte die aktuellen Entwicklungen des Coronavirus sehr genau. Das wichtigste Ziel sei es, Mitarbeiter und Kunden zu schützen und die Warenverfügbarkeit für die Bevölkerung sicherzustellen. Zum jetzigen Zeitpunkt hätten alle Lidl-Filialen zu den gewohnten Zeiten geöffnet:

    „Unsere Mitarbeiter leisten in dieser schwierigen Situation großartige Arbeit und geben Tag und Nacht ihr Bestes, damit unseren Kunden genug Waren zur Verfügung stehen, die sie für ihren Alltag benötigen.“

    Auch in allen Bereichen der Logistiklager und der Verwaltung würden die Lidl-Mitarbeiter mit „unermüdlichem Einsatz“ sicherstellen, dass die Filialen stets mit Ware versorgt seien.

    Fake News oder Fakt?

    Die Sprecherin von ALDI SÜD macht in diesem Zusammenhang noch einmal klar darauf aufmerksam, dass es zwar zu vorübergehenden Engpässen kommen könne, dies aber an dem veränderten Kundenverhalten läge:

    „Es soll nur das gelagert werden, was auch normalerweise im Alltag genutzt und verbraucht wird. Für „Hamsterkäufe“ gibt es keinen Anlass.“

    Erweiterte Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen, wie von der Bundesregierung in der aktuellen Corona-Krise ins Gespräch gebracht, plane ALDI SÜD jedoch vorerst nicht. Gerüchte über bevorstehende Schließungen von Lebensmittelmärkten, wie sie derzeit auch in den Sozialen Medien kursieren, weisen die Supermarktketten vehement zurück. So auch die EDEKA AG:

    „Diese Gerüchte sind falsch und entbehren jeder Grundlage! Das Bundesgesundheitsministerium hat sich dazu bereits geäußert.“

    Das Ministerium von CDU-Politiker Jens Spahn hatte in den vergangenen Tagen immer wieder darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung keine entsprechenden Pläne zu einer Schließung der Märkte habe. Die Versorgung mit Lebensmitteln werde in jedem Fall weiter gewährleistet sein, hieß es.

    Die Lage ist ernst

    Die Lage sei ernst, so die Unternehmen. Deshalb lege man derzeit besonderes Augenmerk auf die hygienischen Standards, zumal sie noch ausgeweitet wurden. Lidl erklärte, man orientiere sich dabei an den Angaben des Robert-Koch-Instituts:

    „Aktuell sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter zur Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften und zu rechtzeitiger medizinischer Konsultation im Falle von Krankheitssymptomen.“

    Zudem achte Lidl darauf, dass die Filialen mit ausreichend Desinfektionsmitteln ausgestattet seien, sodass Mitarbeiter zwischendurch ihre Hände desinfizieren können. Darüber hinaus sei eine Hotline eingerichtet worden, an die sich Mitarbeiter und Führungskräfte bei Fragen oder Anmerkungen rund um das Virus wenden können.

    ​ALDI SÜD nimmt es laut eigenen Angaben ganz genau: Über die internen Kommunikationskanäle würden unter anderem Informationen zur Nutzung von Desinfektionsmitteln, Handhygiene oder zur Husten- und Nießetikette bereitgestellt. Weiter heißt es:

    „Unsere Mitarbeiter sind angehalten, Hygieneregeln und Regeln im Kontakt mit anderen Personen sehr viel strenger als üblich einzuhalten.“

    Darüber hinaus bittet der Discounter auch seine Kunden in den Filialen, auf die Hygiene- und Abstandsregeln zu achten sowie verstärkt kontaktlos und mit Karte zu bezahlen. Weitere Maßnahmen seien im Fall der Fälle geplant, wie auch die EDEKA AG bestätigte:

    „Wir stehen in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und Gesundheitsämtern. Sollten Sofortmaßnamen in Deutschland notwendig werden, sind wir jederzeit in der Lage, entsprechend kurzfristig zu reagieren.“

    Seitens Lidl hieß es darüber hinaus, auch die Personalplanung sei langfristig und nachhaltig darauf ausgelegt, den reibungslosen Ablauf in den rund 3.200 Filialen der Supermarktkette sicherzustellen. Dennoch sei man aktuell verstärkt auf der Suche nach Aushilfen.

    Selbstversorger Deutschland

    Am Mittwoch hatte auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei einer Pressekonferenz in Berlin erklärt, die Lebensmittelversorgung in Deutschland sei gesichert. Es sei genug für alle da, und das werde sich nach den Worten der CDU-Politikerin auch nicht ändern, die Supermärkte würden weiter geöffnet bleiben. Einerseits sei Deutschland mit heimischen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Getreide, Käse oder Schweinefleisch gut versorgt, andererseits gehe es bei Beschränkungen im Grenzverkehr nicht um Warentransporte. Auch die Versorgung von Tieren sei gesichert.

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    Tags:
    Edeka, Lidl, Aldi, Supermarkt, Lebensmittel, Coronavirus, Deutschland