12:50 03 Juni 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    171467
    Abonnieren

    Trotz eines geplanten billionenschweren US-Konjunkturprogramms ist die Wall Street weiter auf Talfahrt.

    Der Dow-Jones-Index der Standardwerte brach bis zum frühen Mittwochnachmittag in New York um 10,2 Prozent auf 19.020 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 8,8 Prozent auf 2321 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stürzte um 8,1 Prozent auf 6742 Punkte ab. Am Dienstag hatten die Marktbarometer noch zwischen fünf und sechs Prozent zugelegt.

    Flugzeugbauer und Hotels verlieren besonders viel

    Zu den größten Verlierern am US-Aktienmarkt gehörten Boeing mit einem Minus von knapp 25 Prozent sowie die Hotelketten Hilton, Marriott und Hyatt, deren Aktien zwischen 25 und 34 Prozent fielen.

    Am Rohölmarkt ging es steil bergab, da es im Preiskonflikt zwischen Saudi-Arabien und Russland keine Annäherung gibt. Der Kurs der US-Sorte WTI fiel um gut 23 Prozent auf 20,75 Dollar je Barrel (159 Liter).

    Dem Ausverkauf an den US-Aktienmärkten zum Trotz klettern die Aktien von Walmart um 3,4 Prozent. Supermärkte gehören zu den wenigen Läden, die während der Beschränkung des öffentlichen Lebens durch die Coronavirus-Krise noch geöffnet bleiben dürfen.

    „Panikstimmung“ an Börsen

    Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die Wall Street trotz eines geplanten billionenschweren US-Konjunkturprogramms weiter fest im Griff.

    „Es herrscht Panikstimmung“, sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan.

    Offenbar erwarteten Investoren eine Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen.

    Analytiker von der US-Bank Goldman Sachs bezeichneten diesen Monat Medienberichten zufolge als „Betrübtheit vom März“ – „March Sadness“.

    Ölpreiseinsturz

    Am 9. März waren die Ölpreise so schnell wie seit 30 Jahren nicht mehr gefallen. Nach gescheiterten Verhandlungen der führenden Förderstaaten über eine Drosselung der Ölproduktion befürchten Investoren einen Preiskrieg. Der Rubel-Wechselkurs zum Euro und dem US-Dollar war ebenfalls gesunken.

    Gescheiterte Verhandlungen der Opec+-Länder

    Vergangene Woche waren die Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den in der Opec+ vereinten Förderländern – unter anderem Russland – gescheitert. Das Opec-Abkommen zur Drosselung der Ölförderung gilt seit Anfang 2017. Seitdem wurde es mehrmals verlängert und seine Bedingungen wurden geändert. Bis Ende 2019 sah das Abkommen eine tägliche Förderkürzung von 1,2 Millionen Barrel im Vergleich zum Oktober 2018 vor. Im ersten Quartal 2020 reduzierte das Kartell die Förderung um 1,7 Millionen Barrel pro Tag.

    mo/mt/rtr

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Britische Kampfjets fangen russischen Aufklärungsjet ab – Royal Air Force
    Massenproteste in den USA: Besitzer schützt russisches Restaurant vor Randalierern – Video
    Pentagon schickt 1600 Militärs in die Region um Washington
    Trump-Drohung sorgt bei Trudeau für 20 Sekunden langes Schweigen vor Kamera – Video
    Tags:
    Coronavirus, Börse, USA