06:54 09 April 2020
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    Höhere Preise für importierte Waren könnten eine neue Phase russischer Importsubstitution auslösen. Sollten in Russland Importe durch inländische Produktion ersetzt werden, beträfe dies nicht nur Lebensmittel.

    Die Abschwächung des Rubels bei fallenden Ölpreisen könnte die russische Wirtschaft mit einer neuen Welle von Importsubstitution konfrontieren – nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei Industriegütern, schreibt der Außenwirtschaftsverlag OWC.

    Lebensmittelimporte korrigiert

    Die durch den Ausbruch des Corona-Virus bedingten Unterbrechungen der chinesischen Produktion zu Beginn des Jahres, hätten die Gefahr geschaffen, dass die Kosten für eine Reihe von Waren steige, die Russland in China zu günstigen Preisen kaufe. China ist der größte Warenlieferant in Russland: 2019 hätten Warenlieferungen aus  der Volksrepublik 22 Prozent aller russischen Importe ausgemacht. Die russische Einzelhandelskette „Magnet“ habe bereits die Einfuhr von Gemüse und Obst aus China eingestellt und würde sie durch Lieferungen aus anderen Regionen ersetzen, so der Bericht.

    Ausweitung auf Schwerindustrie und Rohstoffsektor

    Neben dem Lebensmittelbereich könnte sich eine Politik der Importsubstitution auch auf andere Bereiche ausweiten, zum Beispiel Abfallverarbeitung, Turbinen oder Kesselanlagen, so der Verlag. Der russische Öl- und Gassektor ziele bereits heute auf technologische Souveränität, Importsubstitution und die Steigerung des Exportpotenzials ab.

    Chemie und Metallurgie: Hundertprozentig ist möglich

    Noch im laufenden Jahr würde erwartet, dass russische inländische Technologien zur Erdölförderung auf den Markt kommen. Laut Oleg Zhdaneyev, Leiter des Kompetenzzentrums für technologische Entwicklung des Brennstoff- und Energiekomplexes des russischen Energieministeriums, könne der Anteil der Importsubstitution in der chemischen und metallurgischen Industrie kurz- bis mittelfristig einen Anteil von 100 Prozent erreichen.

    Zu etwaigen Auswirkungen weiterer protektionistischer Maßnahmen gibt es bislang keine Stellungnahme von Seiten der Lobbyvereinigungen der deutschen Wirtschaft. In der Vergangenheit hatte etwa die Deutsch-Russische Außenhandelskammer wiederholt Einfuhrbeschränkungen im bilateralen Verhältnis und andere „hausgemachte“ Störfaktoren“ moniert.

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    Tags:
    Russland, Deutschland, China, Coronavirus, Wirtschaft