12:27 27 November 2020
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    Ein Rückgang um 44 Prozent zum Vorjahr – oder minus 252 Milliarden Dollar: Diesen Verlust müssen Fluggesellschaften im laufenden Jahr voraussichtlich hinnehmen. Der US-Konzern Boeing kündigt währenddessen an, bald wieder den Bau seines Massenmodells 737 MAX aufzunehmen.

    Fluggesellschaften machen in diesem Jahr voraussichtlich 252 Milliarden Dollar weniger Gewinn als 2019. Dies prognostiziert der Internationale Luftfahrtverband IATA – unter dem Vorbehalt, dass die derzeitigen Einschränkungen im Luftverkehr nach den nächsten drei Monaten aufgehoben werden und die Weltwirtschaft sich danach wieder erholt.

    Am stärksten werden IATA zufolge Airlines in Asien und Europa von Gewinnausfällen betroffen sein. Fluggesellschaften im Asien-Pazifik-Raum werden einen Gewinneinbruch von voraussichtlich 88 Milliarden Dollar verzeichnen, Fluggesellschaften in Europa – von 76 Milliarden. Airlines in Nordamerika verlieren laut der Prognose 50 Milliarden Dollar.

    Das gesamte Fluggastaufkommen schrumpft im Vorjahresvergleich voraussichtlich um 38 Prozent, erklären IATA-Analysten. In seiner vorherigen Prognose vom 5. März schätzte der Luftfahrtverband die voraussichtlichen Verluste der Fluggesellschaften noch auf 113 Milliarden Dollar.

    Unterdessen will der Boeing-Konzern laut Medienberichten die Produktion seines Standardmodells 737 MAX im kommenden Mai wieder hochfahren. Vorher plante der Konzern, die Herstellung im April dieses Jahres wieder zu starten. Unternehmensangaben zufolge soll die 737 MAX Mitte dieses Jahres den regulären Flugbetrieb bei den Airlines weltweit wieder aufnehmen.

    Im Oktober 2019 hat eine internationale Expertengruppe der JATR (Joint Authorities Technical Review) erhebliche Mängel bei der Zertifizierung der Boeing 737 Max 8 offengelegt. Boeing habe die amerikanische Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA unzureichend über die Funktionsweise der Steuerungssoftware MCAS informiert. Die Behörde selbst habe Boeing übermäßige Befugnisse im Zertifizierungsablauf eingeräumt.

    Im Oktober 2018 war eine Boeing 737 Max 8 der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air nur 13 Minuten nach dem Start unweit der indonesischen Hauptstadt Jakarta ins Meer gestürzt. 189 Menschen starben. Im März 2019 verunglückte eine Boeing 737 Max 8 der Ethiopean Airlines mit 157 Menschen an Bord in der Nähe der Stadt Debre Zeyit.

    Nach der Katastrophe haben rund 20 Länder ihren Luftraum für die Boeing 737 Max 8 gesperrt. Die amerikanische Aufsichtsbehörde FAA hat für alle Flugzeuge dieses Typs ein Startverbot erteilt. Bei den Ermittlungen zur Absturzursache wurden mögliche Fehler in der Steuerungssoftware MCAS festgestellt. Boeing arbeitet bislang an der Behebung dieser Mängel. Auch soll das Ausbildungsprogramm für die Piloten der Boeing 737 Max 8 nachgebessert werden.

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    Fluggesellschaft, Finanzkrise, Boeing 737 MAX 8, Boeing 737 Max