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    Corona-Pandemie breitet sich weiter aus – alle Entwicklungen (518)
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    Der Politiker, Historiker und Polititologe Wjatscheslaw Nikonow versuchte in seinem Buch „Code der Zivilisation“, eine Antwort zu finden. Die Verlagerung der Zentren der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der Welt von West nach Ost sowie Pandemie und Energiekriege werden die vertraute Welt unerkennbar verändern, meint der Autor.

    Bei der Präsentation des Buches in der Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“ bot Wjatscheslaw Nikonow eine andere Sicht auf die Welt: „Versuchen Sie, den Globus umzudrehen, und Sie werden die Antarktis an der Spitze sehen, aber Sie werden Europa überhaupt nicht sehen. Wir sind es gewohnt, die Welt aus der Sicht des Westens zu betrachten. Wir kennen den Westen mehr als den Osten. Indessen zeigt die Welt eine Entwicklung, wobei die nationalen Besonderheiten jedes Landes immer mehr berücksichtigt werden.“

    Laut dem Autor werden die USA, die von ihrer Exklusivität überzeugt sind, weiterhin auf globale Hegemonie angewiesen sein und gleichzeitig weniger Ressourcen und Möglichkeiten für ihre Umsetzung haben. Und sie werden sich bemühen, sie zu behalten, ohne andere Machtzentren wie Russland und China entstehen zu lassen.

    Der Politikwissenschaftler erinnerte daran, dass Europa mehrere Jahrhunderte lang das Zentrum der Weltpolitik war. Der Krieg um die Herrschaft über die Welt war ein Krieg für Europa, aber Europa hat diese Rolle verloren.

    „Die Europäische Union ist immer noch nicht aus der Wirtschaftskrise 2007-2009 herausgekommen und bleibt die Region mit dem langsamsten Wachstum auf dem Planeten. Europa balanciert auf einer schmalen Linie. Einerseits - der Wunsch der Eurooptimisten, einen Bundesstaat zu schaffen, und andererseits - der ebenso starke Wunsch der Euroskeptiker, die nationale Souveränität aufrechtzuerhalten. Dies hat sich bereits im Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union niedergeschlagen. Europa löst sich viel schneller auf als sich zu integrieren. Und in den letzten Tagen sehen wir das ganz deutlich. Die nationalen Regierungen treffen ihre eigenen Entscheidungen, um die Grenzen zu schließen. “

    In seinem Buch bezeichnet Wjatscheslaw Nikonow Russland als ein europäisch-pazifisches Land, das sowohl im asiatisch-pazifischen Raum als auch auf dem europäischen Kontinent Interessen habe. Russland ist laut dem Politiker ein wichtiges Machtzentrum in der modernen Welt – mit seinem großen Territorium und reichen Naturressourcen, mit der modernen Verteidigung und dem breit gebildeten menschlichen Potenzial.

    Asien, in dem der größte Teil der Menschheit bereits lebe, werde in den kommenden Jahrzehnten in allen wichtigen sozialökonomischen und möglicherweise auch technologischen Parametern weltweit führend sein, stellt der Politikwissenschaftler fest. Jetzt entwickele sich Asien schneller als alle anderen Länder: „Zwei Drittel des globalen Wirtschaftswachstums der letzten Jahre entfielen auf zwei Länder - China und Indien.“

    Trotz des Scheiterns der ersten Monate des Jahres 2020 wegen Coronavirus sei bereits offensichtlich, dass in China eine wirtschaftliche Erholung einsetzt.

    „China kann sich zur Rolle des zweiten Machtzentrums der Welt entwickelt. Es gibt aber Bemühungen, seinen Einfluss zu begrenzen, was eine Hauptbeschränkung für das chinesische Wachstum ist. Der US-Handelskrieg gegen China ist eine große Bedrohung für das chinesische Wachstum“, betont der Buchautor.

    Er wies darauf hin, dass die Umrisse der neuen Weltordnung in einer Organisation wie BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) sichtbar seien. „Sie machen bereits fast 45 Prozent der Weltwirtschaft aus. Dies sind Zivilisationszentren, in denen sie ihre eigenen Vorstellungen davon haben, wie die Welt aufgebaut werden sollte. Ohne die Zustimmung der BRICS kann innerhalb der G-20 keine Entscheidung getroffen werden.“

    Die Menschheit sei in eine neue Ära eingetreten. COVID-19, Energiekriege hätten die vertraute Welt unerkennbar verändert und einen beispiellosen wirtschaftlichen Schock verursacht.

    „Eine Pandemie ist gefährlich, aber viel gefährlicher sind die Zusammenstöße, die Menschen verursachen können, insbesondere im Atomzeitalter. In dem derzeit laufenden Big Game geht es um das Überleben der Menschheit, betonte Wjatscheslaw Nikonow bei der Präsentation seines Buches. 

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