14:58 23 Oktober 2020
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    Norwegen plant trotz niedriger Ölpreise die Förderung zu steigern, so dass der Öl-Überschuss auf dem Weltmarkt weiter zunehmen kann. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

    Demnach plant die norwegische Staatsunternehmen "Equinor ASA", die Förderung auf dem riesigen Erdöl-Feld "Johan Sverdrup" in der Nordsee zu steigern und im Mai ein Maximum von 470.000 Barrel pro Tag zu erreichen.

    Dies sei mindestens einen Monat früher als geplant und 30.000 Barrel pro Tag mehr als vorhergesagt, was vor dem Hintergrund des derzeitigen Überschusses und des Ölkrieges die Marktsituation erschweren werde, hieß es. 

    Fracking-Raffinerie in Monterey Shale (Archivbild)
    © AFP 2020 / Getty Images / David McNew
    Dabei wird davon ausgegangen, dass Norwegen Ende 2022 täglich 690.000 Barrel fördern werde.

    Anfang März konnten sich die „Opec+“-Länder weder darauf einigen, die Parameter des Abkommens zur Reduzierung der Ölförderung zu ändern, noch es zu verlängern. Saudi-Arabien hatte auf einer zusätzlichen Reduzierung der Produktion bestanden, aber das widerstrebte Russland, das die gegenwärtigen Bedingungen beibehalten wollte. Also haben die Teilnehmer des „Opec+“-Treffens ab 1. April keine gegenseitigen Verpflichtungen mehr.

    Nach den gescheiterten Gesprächen kündigten die Saudis an, die Produktion zu steigern, die Preise zu senken und den europäischen Kunden große Mengen mit Rabatt anbieten zu wollen. Daraufhin sackten die Ölpreise auf den Weltmärkten. Seit Jahresbeginn sind die Preise mehr als doppelt gefallen.

    Corona setzt zu 

    Die Coronavirus-Pandemie bleibt ein weiterer Faktor, der die Weltwirtschaft und die Verlangsamung der Ölnachfrage massiv beeinflusst. Vor dem Hintergrund der Quarantäne und der dadurch verursachten begrenzten Mobilität der Menschen sowie des Stillstands der Unternehmen nimmt die Nachfrage stark ab.

    Opec

    Das Ölkartell ist eine internationale zwischenstaatliche Organisation, der aktuell 14 Länder, die Erdöl fördern, angehören. Sie wurde 1960 zur Koordinierung ihrer Politik hinsichtlich der Ölförderung gegründet. Seit 2017 arbeitet die Opec mit einer Reihe von nicht der Organisation angehörenden Staaten (Opec+) im Rahmen eines Abkommens zur Reduzierung der Ölförderung zusammen.

    Das Abkommen wurde mehrmals verlängert und zwar unter veränderten Bedingungen.

    pd/tm

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    Tags:
    Ölförderung, OPEC, Norwegen