02:35 26 Oktober 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    2151
    Abonnieren

    In der Corona-Krise kommt die Baubranche relativ unbeschadet durch. Nach jahrelangem Boom lassen aber die Geschäfte für die Baufirmen in Deutschland nach. Die Sprecherin des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Ilona Klein, sagte dazu: „Es läuft nicht reibungslos, aber zu 70 bis 80 Prozent dürfte die Bauwirtschaft noch arbeiten“.

    Schwieriger werde es für die Betriebe, so die Sprecherin weiter, mit den Bauämtern zusammenzuarbeiten. „Wenn die im Homeoffice sind, kommen sie nicht mehr zur Abnahme auf die Baustellen.“  Auch würden weniger Bauvorhaben ausgeschrieben.

    Im Jahr 2019 konnte das Bauhauptgewerbe noch zum siebten Mal in Folge wachsen. Der Umsatz stieg laut dem Statistischen Bundesamt gegenüber dem Vorjahr um gut fünf Prozent.

    Heute sieht sich etwa jeder fünfte Betrieb der Bauindustrie schon stark von der Krise betroffen, wie ihr Hauptverband ermittelte. Die Tendenz steige. „Für die Unternehmen besteht das große Risiko, dass die Bautätigkeit durch mögliche Probleme bei den Baustoff- und Baumaterialzulieferern sowie Nachunternehmern, Erkrankungen in den eigenen Baubelegschaften oder behördliche Maßnahmen gebremst wird oder komplett eingestellt werden muss“, hieß es bei dem Verband.

    Einige Materialien wie etwa Fliesen seien für die Betriebe schon schwieriger zu bekommen, hieß es beim Baugewerbe. Die wichtigsten Baustoffe seien aber noch zu haben, weil die Branche regional aufgestellt und nicht so von globalen Lieferketten abhängig sei. Bauschutt loszuwerden, könnte für die Firmen aber schwierig werden, wenn mehr Deponien schließen, hieß es.

    Große wie kleine Betriebe sorgen sich aber, dass ihnen bald die Bauarbeiter aus Osteuropa fehlen. „Nach Ostern könnte sich die Situation deutlich verschlechtern“, sagte Verbandssprecherin Klein. Die Befürchtung: Arbeiter könnten nach dem Urlaub bei ihren Familien wegen Quarantäne-Bestimmungen vorerst nicht zurück nach Deutschland. Oder sie kommen nicht zurück, weil sie eine Ansteckung befürchten.

    Dennoch: „Wir sind vorsichtig optimistisch, dass die Bauwirtschaft vor einem totalen Stillstand bewahrt wird“, sagte Klein. Wichtig sei, dass der Staat als Auftraggeber nicht ausfalle. Denn Unternehmen und Privatleute verschöben zunehmend ihre Aufträge. „Wer Angst vor der Arbeitslosigkeit hat, wird kein Bad sanieren lassen und kein Haus bauen.“

    ls/tm/dpa

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Das ist wirklich fatal“ – Worauf Manuela Schwesig bei den Grünen aufmerksam macht
    Diese beliebte Hilfe zum Schlafen kann gesundheitsschädlich sein – Arzt klärt auf
    Minsk: Sicherheitskräfte setzen spezielle Mittel gegen Demonstranten ein
    Kürzel ersetzt: Flughafen Schönefeld heißt schon jetzt BER
    Tags:
    Deutschland