14:09 10 August 2020
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    Der Anteil von erneuerbaren Energiequellen am gesamten Energieverbrauch in Deutschland ist laut einer neulich veröffentlichten Statistik im ersten Quartal 2020 auf 52 Prozent gestiegen.

    Den Angaben des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge deckten die erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne, Wasserkraft usw. in den ersten drei Monaten dieses Jahres etwa 52 Prozent des Energiebedarfs. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres hatte diese Zahl bei nur 44.4 Prozent gelegen.

    Dieser sichtbare Anstieg des Ökostromanteils sei auf einige besondere Gründe zurückzuführen, teilte der BDEW am Mittwoch mit. Darum sei eine Prognose für das Gesamtjahr 2020 momentan nicht möglich.

    Zudem sei der Stromverbrauch um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, auch das habe den Ökostrom-Anteil erhöht, erklärte der BDEW.

    Neben der vergleichsweise schwachen Konjunktur habe sich auch der Rückgang der Industrieproduktion aufgrund der Corona-Krise in der letzten Märzwoche bemerkbar gemacht.

    Hindernisse trotz Rekordzahlen

    Trotz der Rekordzahlen gebe es nach Aussagen von Experten einige Hindernisse für einen weiteren Ausbau von Wind- und PV-Anlagen, die letztendlich das Ziel von einem Ökostromanteil von 65 Prozent bis 2030 unerreichbar machen könnten.

    Seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland sind die Großhandelspreise für Strom und die Preise der Genehmigungen für den CO2-Ausstoß deutlich gesunken.

    „Der CO2-Preis ist in den letzten drei Wochen um ein Drittel eingebrochen. Die meisten Marktakteure gehen von sinkenden Anstrengungen beim Klimaschutz aus“, sagte Fabian Huneke vom Beratungsunternehmen Energy Brainpool.

    Laut dem Energieökonom Andreas Löschel von der Universität Münster seien die gesunkenen Großhandelspreise und die niedrigen Kosten für CO2-Zertifikate von großer Bedeutung, allerdings bestehe dann die Gefahr, dass solche niedrigen Preise und die getroffenen Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht im Einklang mit den langfristigen Klimazielsetzungen stehen würden. Darum setzt sich Löschel für einen Abbau von Abgaben, Umlagen und Steuern auf den Strompreis ein. Ihm zufolge würde dies Haushalte und Unternehmen entlasten, besonders dann, wenn die CO2-Preise wieder steigen würden.

    Oköanteil steigt kontinuierlich

    Wenn man die gesamte Stromerzeugung in Deutschland von bislang fast 158 Milliarden Kilowattstunden einschätzt, lag der Ökostromanteil bei 49 Prozent. Mit erneuerbaren Energiequellen wurden dabei etwa 77 Milliarden Kilowattstunden erzeugt, rund 10 Milliarden Kilowattstunden mehr als im Vorjahresquartal. Aus konventionellen Energiequellen, vor allem Braun- und Steinkohle, stammten etwa 81 Milliarden Kilowattstunden, 20 Milliarden weniger als im ersten Quartal 2019. 

    Gemäß der EU-Vorgabe muss Deutschland bis Ende 2020 einen Anteil von 18 Prozent regenerativer Energiequellen am gesamten Energieverbrauch liefern. Nach Angaben der Behörden lag dieser Wert am Ende des vergangenen Jahres bei 17.1 Prozent.

    ac/mt/dpa

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    Tags:
    EU, Energiepolitik, Energieträger, Solarenergie, Windenergie, Energiewende, Deutschland