10:15 14 August 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 (44)
    4764619
    Abonnieren

    Das russische Spezialschiff „Akademik Tscherski“ – bestimmt zum Verlegen von Rohrleitungen auf dem Meeresgrund – fährt in Richtung Europa. Seit 56 Tagen schon ist es unterwegs, mit mehreren Zwischenstopps und Kurswechseln. Was steckt hinter diesem Zickzack?

    Nur ein kleiner Abschnitt fehlt, um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 fertigzustellen, und das russische Verlegeschiff „Akademik Tscherski“ kann dazu maßgeblich beitragen. Am 10. Februar hat der Rohverleger den fernöstlichen Hafen Nachodka verlassen, ist also seit 56 Tagen unterwegs – und wechselt dabei ständig den Kurs. Jetzt steuert das russische Spezialschiff den Hafen Las Palmas auf den Kanarischen Inseln an, wo es voraussichtlich am 18. April eintreffen wird.

    Was soll diese ziemlich seltsame Route? Wirtschafts- und Politikexperte Andrej Susdalzew sagt im Sputnik-Gespräch, die Route ergebe Sinn: „An Bord des Rohrverlegers finden Arbeiten statt, um das Schiff dafür zu rüsten, die Gaspipeline Nord Stream 2 zügig fertigzustellen.“

    An der Stelle, wo der Bau der Ostsee-Pipeline aufgrund von US-Sanktionen unterbrochen werden musste, würden bestimmte Arbeiten weitergehen, sagt der Analyst. „Man verliert keine Zeit.“ Aber das Schiff –  „Akademik Tscherski“ – müsse eben erst umgerüstet werden.

    „Es ist offensichtlich, dass das Spezialschiff auf seiner Route spezielle Ausrüstung bekommt. Das sagen auch die USA. Mit der Zeit kommen noch Fachleute dazu“, erklärt der Wirtschaftsexperte. „Russlands Führung und das Gazprom-Management haben ein klares Ziel und einen durchdachten Plan, um schnellstmöglich – innerhalb weniger Wochen – den Bau abzuschließen.“ Was wir sehen, ist laut dem Beobachter eine „Spezoperazija“, ein stiller Sondereinsatz.

    Nord Stream 2 ist eine von Russland über die Ostsee nach Deutschland führende Gaspipeline mit einer geplanten Kapazität von 55 Mrd.  Kubikmeter Erdgas pro Jahr. Die USA, die Ukraine und einige europäische Länder setzen sich vehement gegen die Fertigstellung dieser Gasleitung ein. Die US-Regierung hat im Dezember letzten Jahres Sanktionen gegen das Vorhaben verhängt, um die da noch laufende Rohrverlegung abzubrechen. Die am Bau von Nord Stream 2 beteiligte Schweizer Spezialfirma Allseas zog daraufhin ihr Rohrverlegeschiff ab. Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, die Fertigstellung der Pipeline sei auch ohne die Mitwirkung ausländischer Partner möglich.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 (44)

    Zum Thema:

    Nach Russland-Kritik: Spahn will deutschen Corona-Impfstoff „so schnell wie noch nie in Geschichte“
    Israelische Kampfflugzeuge kommen erstmals nach Deutschland
    „Beispielloser Druck von außen“: Moskau zur Lage in Weißrussland
    Tags:
    Gazprom, US-Sanktionen, Nord Stream 2, Ostsee-Pipeline, Ostsee, Russland