SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    12316
    Abonnieren

    Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat auf seiner offiziellen Webseite eine Studie zu Auswirkungen der Corona-Krise auf die Unternehmen der Branche veröffentlicht.

    Der Ende März durchgeführten Umfrage ist zu entnehmen, dass das Coronavirus das deutschen Handwerk hart trifft. Drei von vier Betrieben (77 Prozent) berichten demnach aktuell von coronabedingten Umsatzrückgängen.

    „Im Gesamthandwerk sind die Umsätze der betroffenen Betriebe dabei um durchschnittlich 53 Prozent zurückgegangen.“

    Drastische Einbrüche bei der Geschäftstätigkeit der Handwerksbetriebe

    Die Gesundheits-, die Kfz- und die persönlichen Dienstleistungshandwerke hätten am häufigsten Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. Dort berichten laut ZDH jeweils mehr als 90 Prozent der Betriebe von Umsatzrückgängen.

    Die prozentual höchsten Umsatzrückgänge gebe es ebenso bei persönlichen Dienstleistern (88 Prozent) und den Gesundheitshandwerken (76 Prozent). Inzwischen hätten bundesweit 76 Prozent der persönlichen Dienstleister im Handwerk vorübergehend schließen müssen.

    „Die Umsatzrückgänge führen dazu, dass viele an sich gesunde Betriebe aktuell um ihre Existenz fürchten“, zitiert die DPA den Verband am Mittwoch.

    Aufträge storniert, Mitarbeiter fallen aus

    Von 4.895 Betrieben, die an der Befragung teilgenommen hätten, seien darüber hinaus insgesamt 55 Prozent mit Stornierungen der Aufträge konfrontiert. Die internationalen Lieferketten seien durch Produktionsausfälle in vielen Staaten gestört oder unterbrochen.

    Zudem fehlen der Studie zufolge in vielen Betrieben Mitarbeiter, weil sie an dem Covid-19 erkrankt seien, unter Quarantäne stehen oder aufgrund der geschlossenen Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen nicht zur Arbeit kommen könnten. Der coronabedingte Personalausfall sei bei mehr als einem Drittel (36 Prozent) der Betriebe zu Tage getreten.

    Viele Gewerke können trotz der Krise weiter arbeiten

    Völlig zum Erliegen kamen nach ZDH-Angaben vor allem die Geschäfte der Dienstleistungsbetriebe wie Friseure oder Kosmetikstudios. Auch Caterer, Imbisse und Café-Geschäfte mussten schließen.

    Doch in vielen Bereichen werde weiter gearbeitet — wenngleich in geringerem Umfang.

    „Bäcker, Konditoren, Metzger und andere Betriebe im Lebensmittelhandwerk halten ihre Geschäfte weitestgehend geöffnet“.

    Aber: Unter dem Verzicht „auf das umsatzrelevante wichtige Frühlingsgeschäft leiden fast alle Gewerke im Lebensmittelhandwerk“.

    Außerdem stehen Handwerksbetriebe derzeit vor der Problematik, dass Privatkunden Handwerker aufgrund der beschlossenen Kontaktbeschränkungen nicht oder nur ungern in die eigene Wohnung lassen, so der Verband.

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.
    Weltweit wurden nach WHO-Angaben bereits mehr als 1,3 Millionen Menschen in 212 Ländern mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Registriert wurden bisher demnach 74.304 Todesopfer.

    Laut der Organisation wurden in Deutschland 99.225 Fälle der neuartigen Erkrankung festgestellt, 1607 davon endeten tödlich.

    mo/mt/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Exklusiv: Nach Haft in Deutschland - Ukrainischer Oligarch packt aus
    Atombomben: „Deutschen wird Illusion vorgespielt, daß …“ – Experte enthüllt Irrtum bei US-Druck
    USA: Gewaltige Implosion vernichtet Erdölindustrie
    Tags:
    ZDH, Handwerk, Coronavirus, Deutschland