11:06 05 Dezember 2020
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    Die allermeisten weltgrößten Ölförderländer haben sich auf eine drastische Senkung der Produktion geeinigt, um den Verfall des Ölpreises zu stoppen. Das verabschiedete Dokument sieht eine dreistufige Förderreduzierung und eine Bedingung vor.

    Das Ölkartell Opec und seine Kooperationspartner hatten zuvor etwa elf Stunden lang per Videokonferenz verhandelt. Ergebnis der jüngsten Gespräche ist eine neue Deklaration über die Zusammenarbeit. Mexiko ist laut der entsprechenden Pressemitteilung der einzige große Ölförderstaat, der sich nicht an der Vereinbarung beteiligt.

    „Die Vereinbarung ist abhängig von der Zustimmung Mexikos“, heißt es dabei.

    Reduzierung in drei Etappen

    Die Deklaration sieht eine dreistufige Förderreduzierung ab Niveau Oktober 2018 vor. Die derzeit geförderte Menge soll zunächst im Mai und Juni um täglich zehn Millionen Barrel reduziert werden. Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2020 sollen demnach pro Tag acht Millionen Barrel weniger als aktuell gefördert werden. Vom 1. Januar 2021 bis zum 30. April 2022 sollen es schließlich weitere sechs Millionen Barrel weniger sein. 

    Es fehlt noch die Zustimmung Mexikos

    Der Pressedienst des aserbaidschanischen Energieministeriums betonte, dass Mexiko mit den Quoten – 400.000-320.000-240.000 Barrel für diese Etappen – nicht einverstanden sei. Später teilte der mexikanische Energieminister Rocio Nahle mit, Mexiko sei bereit, die Ölförderung in den nächsten zwei Monaten täglich um 100.000 Barrel zu reduzieren, also von 1,781 Millionen auf 1,681 Millionen Barrel.

    Saudi-Arabien soll laut Quellen gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti zu verstehen gegeben haben, dass es keine neue Vereinbarung über die Reduzierung der Ölförderung geben werde, wenn sich Mexiko nicht anschließen werde.

    Unter anderem teilten die Quellen mit, dass die Delegation Mexikos die Video-Konferenz wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Allianz verlassen hätte.

    Ölpreissturz

    Am 6. März waren Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den im Kooperationsverbund Opec+ vereinten Förderländern, zu denen unter anderem Russland gehört, gescheitert. Die Teilnehmer konnten sich weder auf eine Änderung noch auf die Verlängerung der Vereinbarungen über die Drosselung der Ölförderung einigen. Russland wollte die bestehenden Bedingungen des Abkommens aufrechterhalten, während Saudi-Arabien für eine weitere Reduzierung der Ölförderung auftrat.

    Die Aufhebung der Einschränkungen in Bezug auf die Ölförderung ab 1. April verursachte einen Ölpreissturz, der durch die sinkende Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie verstärkt wurde.

    Russlands Präsident Wladimir Putin machte am 3. April das Verhalten Saudi-Arabiens neben der Covid-19-Epidemie für den Ölpreiseinbruch verantwortlich: Riad sei aus dem Opec+-Deal ausgestiegen, habe seine Ölförderung ausgebaut und sogar Rohöl-Rabatte angeboten.

    Putin und Russlands Energieminister Alexander Nowak riefen die ölfördernden Länder zu gemeinsamen Aktivitäten auf. Russische Ölunternehmen seien zu einer Reduzierung der Ölgewinnung bereit, aber sie würden derartige Schritte lediglich gemeinsam mit anderen Förderländern einschließlich den USA unternehmen, hieß es.

    ak/sb/sna/rtr

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    Coronavirus, Videokonferenz, Ölförderung, Deklaration, Mexiko, OPEC