14:16 02 Juni 2020
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    Der Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, hat sich über das Abkommen des Verbunds OPEC+ zur Reduzierung der Ölproduktion geäußert.

    Sowohl für Hersteller als auch für Verbraucher ist die Vereinbarung laut Peskow günstig. Die Weltwirtschaft im Allgemeinen habe davon profitiert. Sie wäre beim Scheitern des Abkommens „im Chaos versunken“.

    Nachdem Mexiko zugestimmt habe, die Ölförderung zu kürzen, halte der Kreml den Deal für abgeschlossen, so der Pressesprecher. Der Vertrag sei ein Kompromiss; Putin schätze ihn positiv ein.

    Förderbremse

    Die weltgrößten Ölförderländer hatten sich in der Nacht zum Freitag auf eine drastische Senkung der Produktion geeinigt, um den Verfall des Ölpreises zu stoppen.

    Die verabschiedete Deklaration sieht eine dreistufige Förderreduzierung ab Niveau Oktober 2018 vor. Die derzeit geförderte Menge soll zunächst im Mai und Juni um täglich zehn Millionen Barrel reduziert werden. Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2020 sollen demnach pro Tag acht Millionen Barrel (je 159 Liter) weniger als aktuell gefördert werden. Vom 1. Januar 2021 bis zum 30. April 2022 sollen es schließlich weitere sechs Millionen Barrel weniger sein.

    Die Position Mexikos

    Mexiko war laut der entsprechenden Pressemitteilung der einzige große Ölförderstaat, der sich nicht an der Vereinbarung beteiligte.

    Der Pressedienst des aserbaidschanischen Energieministeriums betonte, dass Mexiko mit den Quoten – 400.000, 320.000 und dann 240.000 Barrel für diese Etappen – nicht einverstanden sei. Später teilte der mexikanische Energieminister Rocio Nahle mit, Mexiko sei bereit, die Ölförderung in den nächsten zwei Monaten täglich um 100.000 Barrel zu reduzieren, also von 1,781 Millionen auf 1,681 Millionen Barrel.

    Der US-Energieminister Dan Brouillette bezeichnete das Fehlen einer Einigung zur Erdöl-Förderbremse als „höchst enttäuschend“.

    US-Hilfe an Nachbarland

    Am Freitag verkündete der mexikanische Präsident Andres Manuel Lopez Obrador, die USA würden einen Teil der Kürzungen übernehmen, zu denen Mexiko aufgefordert worden sei.

    Lopez Obrador zufolge bot der US-Präsident Donald Trump „großzügigerweise“ an, die US-Produktion um 250.000 Barrel pro Tag zusätzlich zu kürzen, um Mexiko bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen zu unterstützen.

    Ölpreissturz

    Am 6. März waren Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den im Kooperationsverbund Opec+ vereinten Förderländern, zu denen unter anderem Russland gehört, gescheitert. Die Teilnehmer konnten sich weder auf eine Änderung noch auf die Verlängerung der Vereinbarungen über die Drosselung der Ölförderung einigen. Russland wollte die bestehenden Bedingungen des Abkommens aufrechterhalten, während Saudi-Arabien für eine weitere Reduzierung der Ölförderung auftrat.

    Die Aufhebung der Einschränkungen in Bezug auf die Ölförderung ab 1. April verursachte einen Ölpreissturz, der durch die sinkende Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie verstärkt wurde.

    Wladimir Putin machte am 3. April das Verhalten Saudi-Arabiens neben der Covid-19-Epidemie für den Ölpreiseinbruch verantwortlich: Riad sei aus dem Opec+-Deal ausgestiegen, habe seine Ölförderung ausgebaut und sogar Rohöl-Rabatte angeboten.

    mo/mt/sna/rtr

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    Tags:
    OPEC, Öl, Russland