12:29 29 November 2020
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    Die Energieminister der 20 größten Industriestaaten haben Berichten zufolge bei einer Videokonferenz am Freitag vereinbart, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die Maßnahmen zur Reaktion auf die Lage auf dem Energiemarkt überwachen soll. 

    „Wir bilden kurzfristig eine Sonderarbeitsgruppe, deren Aufgabe es sein wird, die Reaktionsmaßnahmen (auf dem Energiemarkt — Anm. d. Red.) zu überwachen“, zitieren Medien aus der Abschlusserklärung.

    Die Gruppe stehe allen G20-Energieministern auf freiwilliger Basis offen und werde von Saudi-Arabien angeführt, hieß es. Die G20-Staaten wollten alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Stabilität des Energiemarktes sicherzustellen.

    Ein weiteres Treffen mit Schwerpunkt auf die Lage am Energiemarkt sei für September geplant. Im Notfall könnte es auch früher abgehalten werden.

    „Wir werden unsere enge Zusammenarbeit fortsetzen und bei unserem für September geplanten Treffen sowohl die Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie als auch eine umfassendere G20-Energieagenda – den Übergang zu saubereren und nachhaltigeren Energiesystemen – besprechen. Wir sind bereit, uns früher zu treffen, wenn es notwendig sein wird“, hieß es weiter.

    Der russische Energieminister Alexander Nowak sagte, dass die G20-Energieminister-Gespräche wirksam gewesen seien.

    „Wir müssen die Marktsituation überwachen. Sie wird sich sicherlich ändern, und notfalls werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen, oder die Produktion wird von den Ländern schneller wiederhergestellt, um unter anderem ein Überangebot auf dem Markt zu verhindern“, so Nowak. Es sollte im Interesse der Hersteller und Verbraucher gehandelt werden.

    Nowak gab außerdem bekannt, dass in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 die Ölproduktion auf acht Millionen Barrel pro Tag gesenkt würde.

    Die G20-Energieminister berieten am Freitag in einer Notfall-Telefonkonferenz auf Initiative Saudi-Arabiens über den Preisverfall am Ölmarkt.

    Förderbremse

    Die weltgrößten Ölförderländer hatten sich in der Nacht zum Freitag auf eine drastische Senkung der Produktion geeinigt, um den Verfall des Ölpreises zu stoppen.

    Die verabschiedete Deklaration sieht eine dreistufige Förderreduzierung ab Niveau Oktober 2018 vor. Die derzeit geförderte Menge soll zunächst im Mai und Juni um täglich zehn Millionen Barrel reduziert werden. Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2020 sollen demnach pro Tag acht Millionen Barrel (je 159 Liter) weniger als aktuell gefördert werden. Vom 1. Januar 2021 bis zum 30. April 2022 sollen es schließlich weitere sechs Millionen Barrel weniger sein.

    Ölpreissturz

    Am 6. März waren Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den im Kooperationsverbund Opec+ vereinten Förderländern, zu denen unter anderem Russland gehört, gescheitert. Die Teilnehmer konnten sich weder auf eine Änderung noch auf die Verlängerung der Vereinbarungen über die Drosselung der Ölförderung einigen. Russland wollte die bestehenden Bedingungen des Abkommens aufrechterhalten, während Saudi-Arabien für eine weitere Reduzierung der Ölförderung eintrat.

    Die Aufhebung der Einschränkungen in Bezug auf die Ölförderung ab 1. April verursachte einen Ölpreissturz, der durch die sinkende Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie verstärkt wurde.
    Der russische Präsident Wladimir Putin machte am 3. April das Verhalten Saudi-Arabiens neben der Covid-19-Epidemie für den Ölpreiseinbruch verantwortlich: Riad sei aus dem Opec+-Deal ausgestiegen, habe seine Ölförderung ausgebaut und sogar Rohöl-Rabatte angeboten.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    Erdölförderquoten, Ölförderer, Alexander Nowak, OPEC, G20